Falscher Glamour und klare Botschaften

von Redaktion

FORMEL 1 Miami inszeniert Debüt mit künstlicher Kulisse – Vettel setzt Klima-Statement

Miami – Michael Jordan, David Beckham und Dwayne ‘The Rock’ Johnson kommen, Fans können mit den Füßen im Sand und einem Drink in der Hand zuschauen, in der Stadt steigen jede Menge Partys – das neue Formel-1-Rennen in Miami (Sonntag, 21.30 Uhr/Sky) wird zum Glamour-Spektakel, der Star ist die Show. „Ich denke, dieses Wochenende wird ziemlich verrückt“, sagte nicht nur Weltmeister Max Verstappen.

Die Macher setzen alles daran, den Formel-1-Boom in den USA weiter zu befeuern – doch auch sportlich soll es zwischen Verstappen (Red Bull) und seinem neuen WM-Herausforderer Charles Leclerc im Ferrari heiß hergehen. Auch wenn es für den 24-Jährigen zuletzt nur zu Platz sechs beim Heimrennen in Imola reichte, führt Leclerc die WM-Wertung mit 27 Punkten vor Verstappen an.

Ein „Traumstart“ sei es für die Scuderia in diesem Jahr gewesen nach zwei Saisons zum Vergessen, sagte Leclerc. Es sei einfach nur „großartig, die Meisterschaft anzuführen“, sagte Leclerc. In Miami steigt das fünfte von 22 Rennen und viel spricht dafür, dass sich Imola-Sieger Verstappen und Leclerc bis zum Ende duellieren werden. Wie damals zu Kartzeiten, als sich die Jungspunde regelrecht „gehasst“ hatten, wie Leclerc zuletzt sagte: Weil es eben ziemlich oft zwischen den beiden Ehrgeizlingen gekracht hat. Eine Rivalität, die die Fans in den USA lieben.

In der „Magic City“ werden nun am Wochenende über 400 000 Fans erwartet, die teils sündhaft teuren Tickets (Paddock-Karten kosteten 10 000 US-Dollar) waren angeblich innerhalb von 40 Minuten vergriffen.

Doch manchmal ist Miami auch eine Mogelpackung, wie beim künstlich angelegten Fake-Yachthafen. Dessen „Wasser“ ist nämlich gar kein Wasser, sondern Plastik – aber das Fernsehen kann schöne Bilder produzieren. Tom Garfinkel, Chefstratege des Events: „Ich denke, wir nehmen uns selbst nicht zu ernst. Wir haben ein bisschen Spaß dabei, oder?“

Auch Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel machte das flüssige Lebenselixier bei seiner Ankunft zum Thema. Wird auch künftig in puncto Klimaschutz nicht an einem Strang gezogen, werde der Grand Prix von Miami 2060 unter Wasser stattfinden. So zumindest propagiert das Shirt des Weltmeisters von 2010. Vettel nutzte bereits in der Vergangenheit des öfteren seinen Status als Formel-1-Pilot, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Für das Klima-Wohl „das Lenkrad an den Nagel zu hängen“, wolle er aber nicht, wie der 34-Jährige im „1,5 Grad“-Podcast zugab.  sid

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