Tennis-Oldie als ukrainischer Hoffnungsträger

von Redaktion

Der 98-jährige Leonid Stanislawski trotzt Alter und dem Krieg in seinem Heimatland Ukraine

Hamburg – Applaus brandet auf, als Leonid Stanislawski den Platz betritt. Etwas Stretching, dann zieht der 98 Jahre alte Tennisspieler seine Trainingsjacke aus und ist im gelben Ukraine-Shirt bereit für sein Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft der Super-Senioren in Florida.

„Tennis ist mein Leben. Es bedeutet mir sehr viel, zu dieser Zeit in den USA spielen zu können“, sagt Stanislawski. Er hat einen weiten, beschwerlichen Weg hinter sich gebracht. Zwei Monate zuvor saß der lebenslustige Rentner noch in Charkiw fest. Die zweitgrößten Stadt der Ukraine wurde Ziel schwerer russischer Angriffe.

Stanislawski hat schon den Zweiten Weltkrieg miterleben müssen. Als die Zerstörung und die Gefahr immer größer wurden traf er die schwere Entscheidung zur Flucht. Diese führte ihn letztlich ins polnische Lublin zu seiner Tochter Tanya. Dort nahm Stanislawski auch gleich wieder seinen Schläger in die Hand und spielte einige Bälle mit der früheren Weltranglistenzweiten Agnieszka Radwanska.

In Palm Beach hatte der leidenschaftliche Sportler bei der 1:6, 1:6-Niederlage gegen den acht Jahre jüngeren US-Amerikaner George McCabe letztlich keine Chance. „Ich bin der einzige Ukrainer hier. Es ist nicht leicht für mich, hier zu sein und man darf mein Alter nicht vergessen“, sagte Stanislawski. Die Anerkennung seiner Kontrahenten war ihm sicher.  sid

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