Mehr Wettbewerb in der Bundesliga

50+1? Es darf keine Denkverbote geben

von Redaktion

PHILIPP KESSLER

Nur der FC Bayern… Am Sonntag stemmte der Rekordmeister wieder mal die Bundesliga-Schale in die Höhe. Zum zehnten Mal in Folge. Ein historischer Erfolg. Gleichzeitig aber auch ein weiteres Alarmsignal für die höchste deutsche Spielklasse, die immer mehr Attraktivität und immer wieder Ausnahmefußballer verliert. „Mehr Top-Stars in der Liga, Spannung an der Spitze, das hilft beim Verkauf der TV-Rechte. Und genau hier haben wir zuletzt dramatisch an Boden verloren“, betont FCB-Vorstandsboss Oliver Kahn in der „SZ“. „Wir arbeiten gerne zusammen mit der DFL an Lösungen, wie die deutschen Spitzenklubs den Anschluss halten können.“

Eine Idee, die seit Jahren polarisiert: die Abschaffung der 1999 eingeführten 50+1-Regel, die besagt, dass die Mehrheit der Anteile eines Vereins in den Händen der Mitglieder liegen soll. Ja, Tradition ist ein hohes Gut. Dennoch darf es keine Denkverbote in Sachen Modifizierung geben.

Fakt ist: Für die Vereine, bei denen Sponsoren, Investoren oder Gönner bei Regeleinführung schon mindestens 20 Jahre aktiv waren, gibt es eine Ausnahmeregelung. Siehe Leverkusen mit Bayer, Wolfsburg mit VW und Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp. Red-Bull-Klub Leipzig hat es auf anderen Wegen geschafft, 50+1 zu umschiffen.. Ist das gerecht?

Es braucht ein modernes Modell, das für alle gilt und den Wettbewerb fördert. Die Haltung der Bayern ist, dass man es den Vereinen selbst überlassen sollte, ob und wie weit sie sich für einen Investor öffnen. Die Münchner (je 8,33 Prozent der AG halten die langjährigen Partner Adidas, Allianz und Audi) würden zwar nicht direkt davon profitieren, da in ihrer Satzung 70+1 festgeschrieben ist. Investoren-Geld, das vor allem clever und nachhaltig von der Konkurrenz eingesetzt wird, würde die gewünschte Spannung zurückbringen sowie die Liga in Sachen Vermarktung und für Top-Stars wieder attraktiver machen.

Nicht nur Bayerns Konkurrenz ist gefordert, sondern vor allem die DFL. Sie muss für ausgeglichenere Verhältnisse sorgen. Und: Es müssen Lösungen her, wie mehr Einnahmen aus der Liga generiert werden können. Auch im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Vereine in der Champions League.

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