München – Als Julian Nagelsmann (34) im vergangenen Sommer seinen Dienst als Trainer des FC Bayern antrat, hatte er bereits einen Arbeitsauftrag aus der Chefetage erhalten: Der junge Coach sollte die Defensive stabilisieren und weniger Gegentore kassieren als Vorgänger Hansi Flick (57). Nach 33 von 34 Bundesliga-Spieltagen ist klar: Nagelsmann hat die Anweisung erfüllt. Der Rekordmeister steht aktuell bei 35 Gegentoren, unter Flick waren es zum gleichen Zeitpunkt 42.
Trotzdem bleibt die Defensive der Sorgenbereich im Münchner Spiel. Das wurde beim 2:2 am vergangenen Wochenende gegen den VfB Stuttgart einmal mehr deutlich. Das französische Abwehr-Duo Dayot Upamecano (23) und Tanguy Nianzou (19) wackelte stellenweise bedenklich. Vor allem Nianzou sah bei den Gegentreffern nicht unbedingt sattelfest aus. Nach 63. Minuten war der Arbeitstag des französischen Nachwuchs-Nationalspielers beendet. Für ihn kam Niklas Süle (27) ins Spiel, der die Bayern Richtung Dortmund verlässt – und eine weitere Baustelle hinterlässt.
Doch wie sieht die Zukunft von Nianzou aus? Ist er mehr als ein Lückenfüller? Nagelsmann ist sich selbst noch nicht sicher, wie er nach dem Suttgart-Spiel erklärte: „Es geht darum, die Spieler auch perfekt bewerten zu können. Tanguy hat jetzt nicht ganz wenige Chancen gekriegt, aber zu wenige, um ihn perfekt für die neue Saison bewerten zu können. Es geht immer auch darum, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen – was passt wie perfekt zusammen und was passt vielleicht nicht so gut zusammen.“
Sportvorstand Hasan Salihamidzic lässt indes keine Debatten über die Abwehr nächste Saison zu und stellt klar: „Wir haben mit Lucas Hernandez, Dayot Upamecano, Benjamin Pavard und Tanguy Nianzou vier sehr gute Innenverteidiger und ich kenne keine Mannschaft, die vier solche Verteidiger in ihren Reihen hat.“
Dazu kommt: Mit Tarek Buchmann (17) spielt eines der größten Abwehrtalente Deutschlands in der U 19 des FC Bayern. Buchmann, der wegen seines äußeren Erscheinungsbilds und seiner Spielweise den Spitznamen „Mini-Boateng“ erhalten hat, wird der Sprung zu den Profis zugetraut. Er ist ein überragender Kopfballspieler. Darüber hinaus ist er ruhig am Ball und gilt als starker Aufbauspieler. Außerdem besitzt er ein intelligentes Stellungsspiel und bringt im Zweikampf die nötige Schnelligkeit und Cleverness mit. Kein Wunder, dass ihn U 23-Trainer Martin Demichelis schon auf dem Radar hat. pk, bok