Wie lange muss Boris hier noch leiden?

von Redaktion

So schlimm wie befürchtet – Becker sitzt seit knapp zwei Wochen in Wandsworth ein

München/London – Mangelnde Hygiene, kleine Zellen, überschaubare Essensqualität – dass die Zeit im berüchtigten Wandsworth Prison im Südlondoner Stadtbezirk London Borough of Wandsworth kein Zuckerschlecken für Boris Becker werden würde, war von vornherein klar. Nach knapp zwei Wochen im Gefängnis lässt sich festhalten: es ist mindestens so schlimm, wie befürchtet.

Zumindest für einen Menschen wie Becker, der trotz seines schwelenden Insolvenzverfahrens jahrelang einen privilegierten Lebensstil pflegte und noch am Tag vor seinem Urteil im Luxuskaufhaus Harrods gesichtet wurde. Im Knast stehen dem 54-Jährigen zwölf Euro Taschengeld pro Woche zur Verfügung, die er hauptsächlich dafür nutzt, das Kantinenessen aufzubessern. Seine Zelle ist rund sechs Quadratmeter groß.

Auch Wikileaks-Gründer Julien Assange (50) und Skandal-Rocker Pete Doherty (43) hatten schon das zweifelhafte Vergnügen, diesem Etablissement beizuwohnen, das mit rund 1400 Insassen oft hoffnungslos überfüllt ist. Charles Taylor, der Oberinspektor für britische Gefängnisse, schrieb in einer Bestandsaufnahme der Zustände von einem „bröckelnden, überfüllten, von Ungeziefer verseuchten Gefängnis“. Einziger Trost für Becker bei diesen trüben Aussichten: „Ich rechne nicht damit, dass er lange in Wandsworth bleiben wird“, sagte sein Anwalt Bark-Jones.

Wann und wohin er verlegt wird, ist offen. Becker wird wohl mindestens die Hälfte seiner zweieinhalbjährigen Strafe absitzen müssen. Auch danach wird sein Leben nicht mehr so sein, wie zuvor.

MATHIAS MÜLLER

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