Dem Halbfinale ganz nah

von Redaktion

Bayerns Basketballer gewinnen auch Spiel zwei gegen Chemnitz deutlich – mit 93:76

VON PATRICK REICHELT

München – Nein, sie sind noch nicht ganz am Ziel, die Basketballer des FC Bayern. Einen letzten Schritt brauchen sie noch auf dem Weg ins Halbfinale. Doch das deutliche 93:76 (49:26) des Euroleague-Viertelfinalisten über die Chemnitz 99ers lässt nicht mehr unbedingt Spannung erwarten. Die Serie zieht nun nach Chemnitz um, wo am Freitagabend (20.30 Uhr) Spiel drei wartet – dass sie noch einmal nach München zurückkommt, wäre eine faustdicke Überraschung.

Dabei hatte Andrea Trinchieri ja eigentlich Unheil gewittert. Und das lag nicht am fiesen Grummeln aus der Magengegend des kränkelnden Bayern-Coachs. „Chemnitz wird mit Intensität zurückkommen“, hatte Trinchieri nach Spiel eins am Freitag angekündigt, „wir müssen bereit sein.“

Aber wie auch immer der Plan aussah, den sich sein Widerpart Rodrigo Pastore für das erste Wiedersehen zurecht gelegt hatte – die Bayern erstickten ihn vom Anwurf weg im Keim. Sie begegneten Chemnitz mit der Physis des erprobten Euroleague-Teams. Und das taten sie vor allem weit konzentrierter als noch am Freitag. Bis zur Pause standen ganze vier Ballverluste zu Buche – zum Auftakt waren es zum gleichen Zeitpunkt schon deren elf, am Ende des Spiels sogar 19.

Und wenn Vladimir Lucic und Kollegen ihrerseits den Ball ergatterten, dann drückten sie aufs Tempo. Und dann wurde es zuverlässig zu schnell für die ansonsten wacker kämpfenden Chemnitzer. Bis hin zu der skurilen Szene in zweiten Viertel, als sich Nick Weiler-Babb und der unermüdliche Lucic (17 Punkte) sich den Ball im Hechtsprung wie eine Billiardkugel zuschubsten, ehe Leon Radosevic das Spielgerät per Korbleger versenkte. Beim Wechsel stand ein 49:26 auf der Anzeigetafel – das sagte schon so ziemlich alles über die Kräfteverhältnisse im Audi Dome.

Klar, Chemnitz fehlt auch weiterhin der bullige Center Darion Atkins, der wegen einer Tätlichkeit im letzten Hauptrundenspiel in Crailsheim für drei Spiele gesperrt wurde. „Er ist einer unserer besten Spieler“, hatte Pastore erklärt, „aber wir müssen und werden Wege ohne ihn finden.“

Fanden Sie, vor allem der dynamische Jonas Richter hatte nach der Pause die ein oder andere gute Aktion und sammelte immerhin 13 Punkte. Aber das war letztlich zu wenig um die bestens funktionierende Münchner Defensive entscheidend in Bedrängnis zu bringen.

Wenn es einen Moment der Hoffnung für die Sachsen gab, einen Fingerzeig, wie es am Freitag funktionieren könnte, dann war das die Anfangsphase des Schlussviertels. Chemnitz erhöhte die Aggressivität in der Verteidigung, setzte die ballführenden Bayern schon im Ansatz unter Druck. Das machte Eindruck und es brachte Bewegung auf die Tafel. Den Schaden hatten die Münchner freilich schnell wieder korrigiert.

Artikel 1 von 11