Bremen – Der Abpfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer war der endgültige Startschuss für die grün-weiße Aufstiegssause. Die Spieler von Werder Bremen hüpften völlig losgelöst über den Rasen, den die Fans stürmten. Clemens Fritz gab den Partybefehl. „Feuer frei für die Jungs“, sagte der Leiter Profifußball und Scouting bei Sky.
Durch den 2:0 (1:0)-Sieg gegen Jahn Regensburg kehrt die Mannschaft von Trainer Ole Werner nach nur einem Jahr in der Zweitklassigkeit in die Fußball-Bundesliga zurück. „Wir sind unheimlich stolz, dass wir den letzten Schritt gegangen sind. Ole kam zum richtigen Zeitpunkt. Er hat Ruhe reingebracht. Es war aber eine Teamleistung“, sagte Fritz.
Im mit 41 000 Zuschauern ausverkauften Weserstadion konnten sich die Bremer im entscheidenden Spiel auf ihre Torjäger verlassen. Niclas Füllkrug (10.) stellte die Weichen früh in Richtung Aufstieg, Marvin Ducksch (50.) erhöhte kurz nach dem Wechsel.
Deutlich spannender machte es der Nordrivale Hamburger SV. Nach dem 3:2 (0:1) bei Hansa Rostock kann der HSV den ersehnten Aufstieg im vierten Anlauf in der Relegation gegen Hertha BSC mit Trainer Felix Magath (19. und 23. Mai) perfekt machen. „Alle hatten uns schon abgeschrieben“, fasste Toptorjäger Robert Glatzel erleichtert zusammen. „Wir machen es natürlich immer ein bisschen spannend“, ergänzte Kapitän Sebastian Schonlau. Sportvorstand Jonas Boldt schwor die Mannschaft schon mal auf „zwei Pokalspiele“ gegen Hertha ein, „das müssen wir annehmen. Wir gehen mit breiter Brust da rein.“
Hertha-Coach Magath, die HSV-Ikone, sagte am Sonntag dem „kicker“ zu den anstehenden Duellen mit seinem Herzensclub: „Der HSV, das steht doch vollkommen außer Frage, ist der größte Abschnitt meines Fußballer-Lebens. Aber das spielt für diese beiden Begegnungen überhaupt keine Rolle!“
In einem hoch emotionalen Spiel waren die Gastgeber aus Rostock früh durch Nico Neidhart (13.) in Führung gegangen. Glatzel (50.), Schonlau (75.) und Joker Mikkel Kaufmann (85.) drehten dann die Partie für den HSV. Der Treffer von Lukas Fröde (90.+1) kam für Hansa zu spät.
Durch den Zittersieg hielten die Hamburger Verfolger Darmstadt 98 auf Distanz. Den Lilien half auch der 3:0 (3:0)-Erfolg gegen den SC Paderborn nichts. „Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen. Solange wir dieses Trikot tragen, wird das immer so sein. Wir stehen auch jetzt wieder auf“, rief Torhüter Marcel Schuhen nach dem Abpfiff den Fans entgegen.
Tim Skarke (2.) brachte Darmstadt in Führung. Torjäger Luca Pfeiffer (25., 38.) legte noch vor der Pause mit einem Doppelpack nach. Nach dem Wechsel interessierte in Darmstadt in erster Linie das Ergebnis in Rostock – am Ende herrschte Trauer.
Die Schalker Spieler tanzten hingegen nach der Zweitliga-Meisterschaft durch das 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg Arm in Arm vor ihren Fans und präsentierten die Schale. Rodrigo Zalazar (15.) brachte die Gäste mit einem Traumtor aus 58 Metern in Führung. Lukas Schleimer (86.) glich aus, Simon Terodde sicherte mit seinem 30. Saisontor den Erfolg (87.). „Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Schalkes Kapitän Danny Latza.
Dynamo Dresden geht derweil nach einem 0:1 (0:0) gegen Erzgebirge Aue ohne Rückenwind in die Relegationsspiele gegen den Drittligisten 1. FC Kaiserslautern (20. und 24. Mai). dpa