Wie geht man, wenn es nicht gepasst hat? Wie geht man, wenn es gepasst hat?

von Redaktion

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Zu Adi Hütter, dem Trainermenschen, gibt es zwei Ansichten. Die eine: Er sei immer beherrscht – was für einen Österreicher (emotional, freizügig in der Meinungsäußerung) ungewöhnlich ist. Die andere: Er sei eiskalt – was für einen Österreicher (herzlich, zugewandt) ungewöhnlich ist. Der Samstag erlebte den bis in jede Phase seines Körpers konzentrierte Adi Hütter, der das vorzeitige Ende seiner Beziehung mit Borussia Mönchengladbach bekannt gab: „Beiderseitiges Einvernehmen“, „gute Gespräche“, „respektvoller Umgang“, „finale Entscheidung“ – die üblichen Textbausteine. Es hat nie gepasst, ein besonderer Verein und der Trainer sind auf menschlicher Ebene nie zusammengekommen. Die Eiskalt-These.

Abschiedsszenerie auch in Augsburg – in beidseitiger Verstimmung. Markus Weinzierl lässt seinen Vertrag enden, er wird „keine Gespräche führen“. Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter fühlte sich von der Ankündigung überrumpelt, denn „wir hätten uns nächste Woche zusammengesetzt“. Die zweite Trennung zwischen den beiden nach 2016, und nun haben sie sich wohl ultimativ auseinandergelebt wie Thomas Anders und Dieter Bohlen bei Modern Talking.

Weinzierl lobt sich nach auf zwei Phasen verteilten fünf Jahren plus drei Spielen Amtszeit, „dass ich den FCA sechs Mal in der Bundesliga gehalten habe“. Sein zweites Projekt sei auch langfristig angelegt gewesen, er hätte sich zugetraut, wieder etwas aufzubauen, was in den internationalen Wettbewerb geführt hätte (wie 2015). Mit einem Ein-Jahres-Vertrag („Ohne Bezahlung in der Sommerpause“) sei er vor 13 Monaten Augsburg entgegen gekommen. Doch am Freitag brach ihm mit dem zurücktretenden Präsidenten Klaus Hofmann („Am Donnerstag war er noch quietschfidel“) der große Fürsprecher weg.

Reuter, der bleiben wird („Gehen Sie davon aus“), hatte Weinzierl wohl warten lassen, um Alternativen zu erkunden. Wie Enrico Maaßen (Dortmund II) – jetzt der Favorit für Augsburg.

Und Gladbach? Träumt mal wieder von der Rückkehr Lucien Favres.

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Das muss man erst einmal schaffen: Im Haifischbecken Profifußball Jahrzehnte überleben – in verschiedenen Funktionen. Das ist Michael Zorc und Rudi Völler gelungen. Sie gehen unbeschadet in den Ruhestand.

Zorc war Spieler und Sportdirektor in Dortmund, Sven Mislintat, der lange beim BVB arbeitete und nun in Stuttgart tätig ist, nennt ihn „eine Legacy wie Alex Ferguson und Arsene Wenger in Manchester und bei Arsenal.“

Völler gab Leverkusen ein Gesicht, auch Trainer machte er. Ihm zu Ehren gab es eine Choreografie der Fans mit den zehn bleibendsten Sprüchen („Nicht alle stimmten“), und am Ende war „Ruuudiii“ klassisch am Zaun und noch einmal gefühlt ein Spieler, Einfach schön. GÜNTER KLEIN

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