Helsinki/München – Knapp gewonnen ist auch gewonnen. Zum dritten Mal in Folge hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM 2022 ein Tor mehr erzielt als der Gegner, in diesem Fall Dänemark. Endstand 1:0 (0:0, 1:0, 0:0). Den direkten Vergleich mit den Dänen und den 2:1 bezwungenen Slowaken hat das Team von Bundestrainer Toni Söderholm in der Tasche, das Viertelfinale ist nahe.
Dass ein Eishockeyspiel mal ein wenig später beginnt, kommt gelegentlich vor. „Wenn man auf den Gegner wartet, der vom Schnee aufgehalten wird“, erinnerte DEB-Vizepräsident Andreas Niederberger im Sport1-Studio an die typische Winterszenerie. In der zweiten Mai-Hälfte schneit es nicht mal in Helsinki, bei der WM war der Grund ein anderer. „Ein kleines Feuer“, wie der Weltverband IIHF verlauten ließ, brach in der Halle aus, sie musste evakuiert werden – die Spieler, die sich gerade bereitmachen wollten, gingen in ihrer Spielkluft hinaus in die Sonne. Zu Schaden kam niemand. Doch der Zeitplan musste umgeschrieben werden. Statt 16.20 Uhr Ortszeit war nun 18 Uhr der neue Termin für den Einwurf des Pucks.
Bei der deutschen Mannschaft waren personelle Entscheidungen getroffen worden. Am Donnerstag waren die Amerika-Profis Leon Gawanke und Lukas Reichel in Finnland gelandet, Toni Söderholm wollte sie aber nicht gleich mit einem Einsatz überstrapazieren. Sie dürften dann am Freitag (15.20 Uhr/Sport1 und Magentasport) dabei sein. Nach Hause geschickt, da nun überzählig, wurden Mario Zimmermann und Taro Jentzsch, die der DEB noch nicht offiziell gemeldet hatte – sie waren Platzhalter für die beiden Verstärkungen. Der letzte freie Platz ging an den Schwenninger Alexander Karachun. So konnte Deutschland vier Sturmreihen aufbieten, denn NHL-Jungstar Tim Stützle fiel wegen seiner Knieverletzung aus dem Frankreich-Spiel aus.
Dass die Teams nach der Brandeinsatz-Verspätung wie die Feuerwehr aufs Eis gekommen wären, konnte man nicht behaupten. Im ersten Drittel geschah bis auf einen Lattenschuss von Moritz Seider nichts Spektakuläres (18.). Allerdings standen die Deutschen in ihrer Defensive stabil, im vierten Turniermatch kam zum dritten Mal NHL-Goalie Philipp Grubauer zum Einsatz. Er war dann gefragt im zweiten Abschnitt, als die Dänen zweimal gefährlich konterten. Dafür haben sie den idealen Spieler: Nicolai Ehlers von den Winnipeg Jets, Sohn von Nationaltrainer Heinz Ehlers. Mit Frederik Storm (Ingolstadt), Frans Nielsen und Nicholas Jensen (beide Berlin) fand sich auch DEL-Kompetenz im Kader.
Die Deutschen taten sich schwer, ihre Chancen zu verwerten. Der Münchner Maxi Kastner traf aussichtsreich den Außenpfosten (24.), Ehl und Soramies schlossen eine Doppelchance nicht ab (46.). Was aber funktionierte: das Überzahlspiel. Mit einem Mann mehr gelang Marc Michaelis das Tor (33.), das das einzige bleiben sollte.
Mit nur 13:18 Schüssen war das Spiel ein, um die Umstände des Tages aufzunehmen, defensives Feuerwerk.