Nagelsmanns Ass im Ärmel

von Redaktion

Psychologe Dr. Pelka über seine Arbeit mit den Bayern-Stars

München – Er fällt kaum auf und ist doch immer irgendwie da. Die Rede ist von Bayerns Team-Psychologe Dr. Maximilian Pelka (33). Im Sommer 2021 folgte er Trainer Julian Nagelsmann (34) von Leipzig nach München.

Was seine Tätigkeit betrifft, hat Pelka mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, „von der roten Couch, bis hin zu wilden Analysen, dass ich in Köpfe reinschauen kann“. Im FC Bayern Podcast spricht Pelka nun ausführlich darüber, wie er seine Rolle beim Rekordmeister interpretiert. „Meine Idee ist es, so viel wie möglich da zu sein“, erklärt der Team-Psychologe. „Der erste Programmpunkt ist die medizinische Sitzung, in der ich mit dabei bin. Um 11 Uhr ist Training, da bin ich auch mit draußen. Zwischen den wenigen festen Programmpunkten sind es sehr viele Gespräche auf dem Gang, in der Kabine, auf dem Weg zum Aufwärmen, während der einzelnen Einheiten, die die Jungs absolvieren. In deren gewohntem Umfeld mal ein kurzes Gespräch, häufig einfach nur ‘Hallo, wie geht’s?’, um einen Eindruck zu bekommen. Und dann über den Tag verteilt die Themen, die aufkommen, bearbeiten.“

Aber natürliche gebe es auch fixe Gesprächstermine, „wo man sich fix für eine Uhrzeit verabredet und das Ganze dann in einem geschlossenen Raum bespricht“. Der Großteil sei aber das tägliche Miteinander. Pelka: „Wenn der Austausch sowieso da ist, macht es das einfacher, bestimmte Sachen gezielt anzusprechen.“ Dabei gehe es aus seiner Sicht insbesondere um eines: „Vertrauen ist die Grundvoraussetzung. Das bildet sich über einen längeren Zeitraum. Dann suchen sich die Jungs selbst raus, wann sie mit einem sprechen wollen oder nicht.“

Pelka beobachtet viel und versucht, Situationen in einen Kontext zu bringen. Alles merken kann er sich natürlich nicht. „Ich habe mein blaues Buch, das habe ich immer dabei. Das ist am Ende kein Profil über jeden Spieler, sondern das sind Notizen aus unseren Gesprächen oder andere Punkte, die mir aufgefallen sind, die aufgekommen sind“, verrät Pelka. „Da habe ich einen Katalog für jeden, wo für mich zusammengefasst die Informationen über den einzelnen Spieler stehen.“

Ganz wichtig: Bei Pelkas Arbeit geht es nicht darum, kranke Menschen gesund zu machen, sondern die Leistung zu verbessern. „Es steckt ja fast alles drin in den Jungs, am Ende ist es ein Wachkitzeln von Ressourcen“, so Pelka, der auch Buch-Tipps verteilt. „Zu Führungsthemen, zu Kobe Bryant, wie er sein Basketballleben geführt hat und was alles dazugehört hat. Einfach versuchen, die einzelnen Dinge auf die Jungs zuzuschneiden und zum Nachdenken anzuregen.“

Auch dem Trainer-Team steht Pelka unterstützend zur Seite. Nagelsmanns Nachricht an ihn: „Du bist extrem wertvoll für das Trainerteam und die Mannschaft, weil du sehr angenehm deinen Job im Hintergrund machst, du nimmst dich nicht wichtig und erzählst nicht jedem, wenn du mit einem Spieler arbeitest. Deine Energie tut uns gut. Ich bin froh, dass du da bist.“  bok, pk

Artikel 1 von 11