Deutscher Meister? So weit weg wie der Mond

von Redaktion

Frankfurt nach dem Triumph: in der Bundesliga künftig einer der Gejagten

Frankfurt – Die große Siegesfeier nach dem Europapokal-Triumph mit Zigtausenden Fans war für Eintracht Frankfurt der Beginn einer Zukunft in der Champions League. „Dort hängen die Trauben höher. Die Champions League ist die Krone des europäischen Fußballs“, sagte Axel Hellmann, der Vorstandssprecher des Bundesligisten, nach der Megaparty vor dem Rathaus der Stadt.

Mit dem Triumph im Finale der Europa League in Sevilla gegen die Glasgow Rangers mit 5:4 im Elfmeterschießen ist der Einzug in die Königsklasse verbunden. „Da mitzuspielen ist eine Auszeichnung, etwas ganz Besonderes, was Eintracht Frankfurt in der Geschichte noch nicht geschafft hat.“

An der „Philosophie der wirtschaftlichen Vernunft“ wollen die Hessen festhalten. Dennoch wird die Eintracht mehr in Spieler investieren müssen, da sie in drei Wettbewerben startet. „Darauf müssen wir uns einstellen“, so Hellmann.

Zumal es nach dem Europacupsieg nicht einfacher wird, in der Bundesliga zu bestehen. „Das Gegenteil ist der Fall. Das haben wir schon in den letzten Spielen der Saison erlebt, nachdem wir die Riesenergebnisse in Europa hatten“, meinte der Funktionär. Da sei schon mal mit einer anderen Aggressivität gegen die Eintracht gespielt worden: „Wir müssen uns auf eine gewisse Art darauf einstellen, ein gejagter Gegner zu sein.“

Nicht nur deshalb hält er sich zurück, die Deutsche Meisterschaft als Ziel anvisieren zu wollen. „Ich habe in meinem Leben immer vom Meistertitel geträumt“, sagte Hellmann. „Ich habe aber von vielen Dingen geträumt, die für mich unerreichbar sind. Ich wollte immer mal auf den Mond.“ Ähnlich sei es mit dem Meistertitel. „Wenn wir uns angucken, wer da mitspielt, dann spielen wir in ganz anderen Sphären.“

Außerdem hätte Eintracht Frankfurt den großen Europa-Coup nicht mit Millionen-Investitionen erreicht. „Wir haben dem deutschen und dem europäischen Fußball die Romantik zurückgegeben, dass man Grenzen versetzen kann. Was es braucht, ist Spirit“, betonte Hellmann und erhält Unterstützung von Trainer Oliver Glasner. „Man kann viel Geld ausgeben oder man kann Titel gewinnen, wenn man eine ganz große Einheit bildet“, meinte der Österreicher. „Eine große Einheit in der Mannschaft, eine im Verein und große Einheit mit den Fans.“

Aus der Einheit heraus ragten Filip Kostic, der von der UEFA als „Spieler der Saison in der Europa League“ ausgezeichnet wird, und Ansgar Knauff als „bester junger Spieler“.  dpa

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