München – Das „Camp Kalajdzic“ ist hinter den Kulissen sehr umtriebig, was die Zukunft seines Schützlings betrifft. Am späten Mittwoch-nachmittag tauchte bei Sky ein Video auf, das zeigte, wie die Berater von Sasa Kalajdzic (24) in die Tiefgarage an der Säbener Straße fuhren. Dass der FC Bayern an einer Verpflichtung des Stuttgarter Stürmers interessiert ist, gilt mittlerweile als verbrieft.
Auch deshalb, weil auch Julian Nagelsmann (34) in die Gespräche mit dem Kalajdzic-Management involviert war. Der Bayern-Trainer erwähnte, dass er neben den fußballerischen Fähigkeiten auch die mannschaftsdienliche Spielweise von Kalajdzic schätzt. Dem Vernehmen nach reichen diese Avancen jedoch (noch) nicht aus, um beim Österreicher für eine zeitnahe Entscheidung pro Bayern zu sorgen. Vielmehr soll der Angreifer mit sich hadern, ob der Rekordmeister der richtige Schritt wäre.
Kalajdzic weiß: Sollte Superstürmer Robert Lewandowski (33) im Sommer nicht verkauft werden und seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 erfüllen, wird es für ihn schwierig, die entsprechenden Spielminuten zu sammeln. Wegen Lewandowskis Wechsel-Theater gibt es aktuell keine Planungssicherheit in München. Daher soll Kalajdzic – Stand jetzt – zu einem Wechsel zu Borussia Dortmund tendieren.
Problem: Marco Rose (45) soll nicht vollends von den Fähigkeiten des Nationalspielers überzeugt gewesen sein. Anders als sein designierter Nachfolger Edin Terzic (39/Text unten), der in Kalajdzic durchaus einen Kandidaten sieht, den Abgang von Tormaschine Erling Haaland (21) zumindest in Sachen Körperlichkeit zu kompensieren. Damit rückt ein Wechsel zum BVB wieder näher.
Kommt es etwa zum erneuten Transfer-Tauziehen zwischen den beiden deutschen Fußball-Mächten? Zur Erinnerung: Angeblich sollen die Bayern in letzter Sekunde versucht haben, den Wechsel von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck (22) vom SC Freiburg nach Dortmund zu verhindern. Doch der Nationalspieler hatte den Schwarz-Gelben bereits seine Zusage gegeben – und wollte diese trotz des Münchner Abwerbeversuchs einhalten. Fakt ist: Die Ablöse für Kalajdzic dürfte zwischen 20 und 25 Millionen Euro liegen, egal ob der künftige Arbeitgeber Dortmund oder Bayern heißt.
In Stuttgart rechnen die Verantwortlichen ohnehin mit einem Wechsel ihres Zwei-Meter-Stürmers, dessen Vertrag nächstes Jahr ausläuft. „Es wäre überragend, wenn wir ihn als Spieler und Typen behalten können. Sehr wahrscheinlich ist dies aber meiner Einschätzung nach nicht“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat jüngst. Zumal es auch noch Interessenten aus England geben soll, mit denen das „Camp Kalajdzic“ noch Gespräche führen möchte.
Und welche Alternativen haben die Münchner Kader-planer, sollte Kalajdzic sich gegen einen Wechsel zum FC Bayern entscheiden? Sebastian Haller (27) von Ajax Amsterdam ist wohl kein Thema, genauso wie Patrik Schick (26) vom Bundesliga-Rivalen Bayer Leverkusen. Ein Transfer von Sadio Mané (30) hingegen ist weiterhin im Bereich des Möglichen – und wäre nicht nur ein Statement, sondern zweifelsohne ein fußballerischer Gewinn.
Eine ähnliche Kategorie wäre Gabriel Jesus (24/bis 2023) von Manchester City. Den Brasilianer aber zieht es wohl zum FC Arsenal.