Mannheim – Nervös? Das ist Andy Schmid nicht. Natürlich nicht, möchte man sagen, bei dem genialen Spielmacher, der so viele Schlachten geschlagen, so viele Titel gewonnen und so viele Handball-Herzen erobert hat. „Aber Freude und Wehmut, das trifft es“, sagte Schmid vor seinem „Abschiedsspiel“ dem Mannheimer Morgen.
Beim Heimspiel am Mittwoch (19.05 Uhr/Sky) gegen den THW Kiel wird Schmid ein letztes Mal vor den eigenen Fans auflaufen – bevor am Sonntag in Magdeburg in seinem dann 400. Bundesligaspiel der letzte Vorhang fällt. Nach zwölf Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen macht Schmid Schluss, der 38-Jährige kehrt in seine Schweizer Heimat zurück.
„Es war mir eine Ehre, bei den Löwen zu spielen. Die Zeit bleibt unvergessen Ich trage diesen Verein im Herzen“, sagt Schmid. Und doch ist für ihn jetzt der richtige Moment für den Abschied gekommen: „Meine Frau, unsere Kinder und ich waren all die Jahre ein wenig isoliert vom Leben unserer Familie in der Schweiz. Nun geht es zurück in die Heimat.“
Schmid hatte stets ein Gespür für den richtigen Moment. Vor allem sportlich. Er war der Unterschiedspieler, der in entscheidenden Situationen das Spiel an sich riss, klug dirigierte, sich und seine Mitspieler in Szene setzte – und dabei meist die richtige Entscheidung traf.
„Wenn es eng wurde“, erinnerte sich Löwen-Meistertrainer Nikolaj Jacobsen einmal, „trug Andy die ganze Mannschaft auf seinem Rücken“. Um Schmid beneideten die Löwen die ganze Liga. Es gab keinen Bundestrainer, der den Schweizer nicht auf der Stelle eingebürgert hätte.
Schmids größte Erfolge? Die erste Löwen-Meisterschaft in der Liga-Geschichte 2016. Die Verteidigung des Titels nur ein Jahr später. Der DHB-Pokal-Triumph 2018, der Sieg im Europapokal (EHF-Pokal) 2013. Nicht zuletzt aber auch die fünf Auszeichnungen der Trainer und Manager zum besten Spieler der Bundesliga.