Sue Ellen jauchzt – der Mikro Jagger reitet in den Sonnenuntergang

von Redaktion

TV-KRITIK

Yippie, endlich wieder Länderspiel! Millionen von Menschen schauten gestern bei der UEFA Nations League zu. Sie zählt zu den 328 beliebtesten Fußballturnieren der Welt und ist vor allem in UEFA-Kreisen extrem populär. Wir vom Fernseh-Eckerl beantworten die wichtigsten Fragen.

Warum lief das Spiel im ZDF? Das weiß nicht einmal das ZDF so genau. Sachverständige waren ja davon ausgegangen, dass die Nations League generell beim RTL läuft, aber von wegen. Auch Katrin Müller-Hohenstein, die mittelfränkische Moderatorschützenkönigin, schien überrascht, dass sie nach den mehrstündigen „Rosenheim-Cops“ doch noch dran war. Sie wirkte gestern auffällig jugendlich-fluffig – mit Glitzerjackerl und einer Fönfrisur à la Sue Ellen Ewing, nur ohne Ölquelle. Nach dem übellaunigen Nils-Kaben-Verhör mit Toni Kroos setzte das Zweite konsequent auf Frohsinn. „Deutschland gegen England, ich find’s fantastisch“, jauchzte Sue Ellen Hohenstein. Da war der Toni vor dem Fernseher beinahe wieder versöhnt.

Wie begeistert war Christoph Kramer? Sehr! Der Gladbach-Charmebolzen würde sogar an den aktuellen Inflationszahlen noch viel Schönes finden, von ihm kann Karl Lauterbach viel lernen. Kramer wusste über die Hansi-Kicker: „Ich glaube, dass wir auf einem sehr sehr guten Weg sind.“ Und er sieht auch „Leroy Sané nicht so kritisch wie viele“. Dafür gab’s einen Tätschel-Knuff vom Hansi. Spätestens bei der Scheich-WM mit minus 17 Grad beim Public Viewing sind wir alle froh über den sonnigen Christoph. Guter Mann!

Was wusste Béla Réthy über Mats Hummels? Der unverwüstliche Mick Jagger des Kommentierens, der Mikro Jagger, befindet sich ja in der Spätphase seiner Berufstätigkeit, er reitet in den Sonnenuntergang. In Sachen Abseits ist der Retro-Réthy mittlerweile so meinungsflexibel, dass man ihn schon den Kölner Keller auf zwei Beinen nennt. Das klingt dann beim Abseits-1:0 so: „Es wird nochmal geprüft, ob ein Verteidiger, ob ein Ball vielleicht vom Engländer kam und ob er vor allen Dingen bewusst vom Engländer kam, also gezielt, oder nur abgeprallt ist.“ Nun wissense Bescheid, oder? Die Béla-Prognose trat zu 100 Prozent ein: „Ein Eigentor von Hummels kann es heute nicht geben.“ Und exakt so war’s. Guter Mann, der Réthy!

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