Musiala: So winkt ein Stammplatz bei der WM

von Redaktion

München – Jamal Musiala (19) war beim 1:1 im Nations-League-Spiel gegen England nicht nur auf dem Platz omnipräsent – sondern auch im Wohnzimmer des deutschen Rekord-Nationalspielers. Lothar Matthäus (61) veröffentlichte am Dienstagabend ein Foto von Sohn Milan, der im DFB-Dress mit der Nummer 14 vorm Fernseher mitfieberte. Selbst im Hause Matthäus führt derzeit kein Weg an Musiala vorbei – und das gilt auch für die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick.

In der Münchner Allianz Arena war der Youngster vor allem in der ersten Halbzeit der mit Abstand auffälligste DFB-Akteur. Egal ob im Dribbling, Zweikampf oder mit Zauber-Pässen – Musiala versprühte erneut seine fußballerische Magie. Wie schon beim Remis gegen Italien durfte er auf dem linken Flügel ran, diesmal allerdings von Anfang an. Wenn Musiala so weitermacht wie in allen bisherigen Länderspielen in diesem Jahr, dürfte ihm ein Startelf-Platz bei der WM in Katar so gut wie sicher sein.

Gegen England war Musiala natürlich besonders motiviert. Immerhin genoss er den Großteil seiner fußballerischen Ausbildung auf der Insel und schloss in dieser Zeit beispielsweise mit dem Dortmunder Jude Bellingham (18) eine enge Freundschaft. Trotzdem entschied er sich vor knapp einem Jahr, künftig für das Heimatland seiner Mutter Carolin aufzulaufen.

„Wir hätten uns gewünscht, dass er in England bleibt“, sagte England-Coach Gareth Southgate im Vorfeld der Partie und ergänzte: „Aber wenn man jeden Tag beim FC Bayern trainiert und dort von anderen deutschen Spielern umgeben ist, dann ist das eine etwas größere Herausforderung. Und natürlich hat seine Familie diese starken Bindungen.“ Der Spieler selbst glaubt, dass es ein großer Vorteil war, dass er in Kindheitstagen in England ausgebildet wurde. „In Deutschland gibt es schon für unter Zehnjährige ein Ligensystem, wohingegen das in England bis zur U18 nicht üblich ist. Da hat man viel weniger Druck und mehr Zeit, sich zu entwickeln, man kann viel freier spielen“,sagte er kürzlich der BBC. Denn: In Deutschland würde in der Jugendarbeit viel mehr Wert gelegt auf Taktik und aufs Siegen.

Doch mittlerweile hat Musiala das Gewinnen lieben gelernt – auch wegen seiner Anstellung beim FC Bayern. In den Münchner Zukunftsplanungen nimmt der Offensivspieler eine zentrale Rolle ein. Um ihn herum soll im nächsten Jahrzehnt eine Mannschaft aufgebaut werden, die weiterhin um die ganz großen Titel mitspielen kann. Musiala wird in nicht allzu ferner Zukunft Ur-Bayer Thomas Müller (32) auf der Zehner-Position ersetzen. Doch bis es so weit ist, will Musiala weiterhin noch viel von Müller lernen: „Wie er das Spiel sieht, das ist genial. Er sieht Räume, bevor sie sich öffnen, er ist immer ein paar Schritte voraus“ MANUEL BONKE, PHILIPP KESSLER

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