Im Zeichen der Spaltung

von Redaktion

GOLF Streit um die Saudi-Tour überschattet auch die US-Open

Brookline – Die „verfeindeten“ Stars werden erst einmal fein säuberlich voneinander getrennt. Der US-Golfverband USGA hat bei der Zusammenstellung der Dreiergruppen für die ersten beiden Runden der US Open peinlich genau darauf geachtet, dass sich die prominentesten Rebellen und die größten Namen der Traditionalisten die Bälle nicht gegenseitig um die Ohren hauen. Phil Mickelson, Dustin Johnson, Bryson DeChambeau und ihre Kollegen von der heftig kritisierten Saudi-Tour LIV werden in Brookline am Donnerstag am Nachmittag abschlagen. Die PGA-Stars Rory McIlroy, Jon Rahm, Justin Thomas und Scottie Scheffler müssen vormittags auf den Kurs – am Freitag läuft es umgekehrt.

Die deeskalierende Maßnahme des Ausrichters, der wegen der Zulassung der LIV-Spieler selbst stark in der Kritik steht, wird allerdings nicht ausreichen. Seit dem ersten Saudi-Turnier in der vergangenen Woche in London und der umgehenden Sperre von 17 Teilnehmern vonseiten der PGA läuft die Situation zunehmend aus dem Ruder.

Spätestens seit der Einlassung von Hatice Cengiz kurz vor dem dritten Major des Jahres geht es dabei nicht mehr nur um den Sport. Sie sollten „von den großen Turnieren ausgeschlossen werden“, sagte die Verlobte des ermordeten Jamal Khashoggi über die LIV-Profis: „Das würde zeigen, dass es Konsequenzen für die gibt, die Mörder unterstützen.“ Der Journalist Khashoggi war 2018 im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens getötet worden. Unterstützung erhielt Cengiz von den Hinterbliebenen der Terroropfer des 11. September 2001

Auch die PGA-Stars um McIlroy und Thomas kritisierten beim gleichzeitig mit London stattfindenden Turnier in Toronto die LIV-Macher um dem früheren Weltranglistenersten Greg Norman und ihre abgewanderten Kollegen, zu denen auch der zweimalige deutsche Major-Champion Martin Kaymer gehört. McIlroy „widmete“ seinen 21. Toursieg deshalb auch Norman, der es „nur“ auf 20 Erfolge gebracht hat.

„Die Gedanken an all das haben mich zuletzt viel Schlaf gekostet“, sagte Thomas, der das zurückliegende Major (PGA Championship) gewonnen hat: „Am Ende macht mich das Ganze einfach nur traurig.“  sid

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