Frankfurt – Es kam wie erwartet: Zum Trainingsauftakt des niederländischen Topklubs PSV Eindhoven am Montag erschien Mario Götze schon gar nicht mehr. Der 30 Jahre alte Starspieler hat seine Zelte in der Stadt des Lichts nach zwei durchaus erfolgreichen Jahren abgebrochen. Und er wird sie, wenn nichts Unvorhersehbares mehr geschieht, wonach es nicht aussieht, im Herzen von Europa wieder aufschlagen. Sehr bald.
Eintracht Frankfurt steht unmittelbar vor einer Verpflichtung des einstigen Nationalspielers, die Modalitäten sind ausgehandelt, der Rahmen abgesteckt, die Verträge unterschriftsreif. Mit dem Vollzug wird zeitnah gerechnet. Nun müssen noch die üblichen Vorgänge in Gang gesetzt werden: Nach dem Vorstand muss auch der Aufsichtsrat dem Deal zustimmen. Das gilt als Formsache.
Die Rückkehr des einstigen Wunderkindes wäre der bisher spektakulärste Wechsel der Bundesliga – neben dem Transfer von Liverpools Sadio Mané zu den Bayern. Der ist 35 Millionen Euro schwer. Götze nur ein Bruchteil. Der WM-Held von Rio wird für die Eintracht zum Schnäppchen – zumindest, wenn man den Preis in Relation zu seiner Vita und seinem Namen sieht. Denn die Ablösesumme beläuft sich nicht, wie kolportiert, auf vier Millionen Euro, sondern auf drei Millionen. Das sind Peanuts für einen Spieler mit dieser Geschichte.
Und: Götze wird zwar auch in Frankfurt gutes Geld verdienen, aber sein Sockelgehalt soll bei „nur“ rund drei Millionen Euro liegen. Das lässt sich für den Spieler aber durch Bonuszahlungen noch aufpeppen, der Vertrag ist leistungsbezogen, kann durch Extraprämien werthaltiger werden. Spielt er oft, spielt er gut, hat die Mannschaft Erfolg, so wird sich das für Mario Götze auszahlen. Wenn nicht, dann nicht.
Die Frankfurter Verantwortlichen haben sich das mit Götze reiflich überlegt, das ist kein Schnellschuss oder eine Marketingkampagne. Sie sind vollends überzeugt. In den Verhandlungen hatten sie nie das Gefühl, der Spieler sei satt oder des Fußballs überdrüssig. Im Gegenteil: Götze machte den Eindruck, richtig Lust auf das Projekt Eintracht zu haben, er soll Feuer und Flamme gewesen sein. Er war gut informiert, kannte sich aus, natürlich auch durch den Siegeszug durch Europa. Und klar ist auch: Ohne den Titel, die gestiegene Reputation und vor allem die Champions League wäre es mit einer Verpflichtung eher schwierig bis aussichtslos geworden. Denn ambitioniert ist Götze noch immer, will sich mit den Besten messen.
Auch Trainer Oliver Glasner ist begeistert, durch die Spielintelligenz, die Antizipation, die Technik und sein räumliches Denken soll Götze das Offensivspiele auf ein anderes Level hieven. Und es vor allem unberechenbarer machen. INGO DURSTEWITZ