Lucky sorgt für Glücksgefühle

von Redaktion

Siegesserie der Munich Cowboys hält an – dank Aushilfs-Runningback Dozier

München – Münchens Footballer reiten weiter auf der Erfolgswelle. Am Samstag besiegten die Cowboys die Saarland Hurricanes im heimischen Dantestadion mit 28:21 und holten damit den dritten Sieg im dritten Saisonspiel. Bei Temperaturen um die 35 Grad stach ein Mann heraus, der eigentlich nur als Notlösung gedacht war: Lucky Dozier! Nach dem Ausfall des etatmäßigen Running Backs Brandon Watkins übernahm der 31-Jährige – eigentlich auf der Position des Defense Back beheimatet – und drückte dem Spiel seinen Stempel auf.

,,Er hat uns in Grund und Boden gerannt“, konstatierte Hurricanes‘ Quarterback Josh Goldin. Dozier, der von seinen Teamkollegen ausgiebig gefeiert wurde, blieb ganz bescheiden: ,,Es war ein Okay-Spiel, das wir als Team gewonnen haben“, sagte der erschöpfte Matchwinner. Die heißen Temperaturen machten selbst dem gebürtigen Kalifornier zu schaffen. „Ich bin Hitze gewohnt, aber das heute war schon extrem. Ich bin am Ende fast umgekippt. Aber trotzdem haben wir alles gegeben und konnten uns zum Glück belohnen.“ Sah auch Cheftrainerin Nadine Nurasyid so: „Wir haben ein hartes Spiel erwartet und das war es auch. Aber unser Gameplan ist aufgegangen und wir hatten auf alle Eventualitäten eine Antwort.“

Das war auch bitter nötig, denn noch Mitte des zweiten Viertels sorgte ein Missverständnis von Dozier und Quarterback Wyatt Smith für die Gästeführung. Doch zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte sich, warum die Cowboys Dozier nach vier Jahren bei den München Rangers ins Team holten. Dem US-Boy gelangen mit flinken Läufen zwei First Downs hintereinander und dann veredelte er den Drive schließlich mit einem Sprint in die Endzone.

Gelernt hat er diese Fähigkeiten am San Mateo College südlich von San Francisco, wo auch NFL-Legenden wie Julian Edelmann und John Madden ihr Studium absolvierten. Von dort kam er über Arizona nach München und hat sich mit seiner Familie hier niedergelassen. Neben dem Sport ist Dozier, der optisch etwas an Star-RunningBack Derrick Henry erinnert, in einer Kindertagesstätte angestellt, wo er als Englischlehrer fungiert.

Ähnlich verträumt wie manche seiner Schützlinge war der Mann mit der Nummer sieben allerdings, als er im dritten Viertel erneut den Ball verlor, was wieder zu Punkten für die Gäste führte. Dass es trotzdem keine Niederlage gab, dafür sorgte Dozier selbst. Mit einem 50-Yard Run aus dem Nichts riss er die 1300 Zuschauer aus den Sitzen und glich das Spiel wieder aus. Und als sich alle schon auf ein Remis eingestellt hatten, blockte er seinen Quarterback frei, sodass dieser den Ball wenige Sekunden vor Schluss in die Endzone werfen konnte.

CLAAS SCHÖNFELD

Artikel 1 von 11