Medizincheck für Mané

von Redaktion

FCB-Neuzugang soll heute landen – sein guter Freund ist begeistert

VON PHILIPP KESSLER UND MANUEL BONKE

München – Die neueste Attraktion der Bundesliga wird heute in München erwartet: Sobald Sadio Mané (30) bayerischen Boden betritt, stehen ihm stressige Stunden bevor. Erst steht der Transfer vom Flughafen zum obligatorischen Medizincheck an die Säbener Straße an. Es folgt die Vertragsunterschrift inklusive Fotoshooting und Video-Interview. Voraussichtlich morgen steht die Spielerpräsentation in der Münchner Allianz Arena an. Dann kann Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) seinen Königstransfer ganz offiziell der Öffentlichkeit herzeigen.

„Der Wechsel von Liverpool zum FC Bayern ist das Beste, was ihm zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere passieren konnte“, sagt Mahmoud Gueye im Gespräch mit unserer Zeitung. Der senegalesische Journalist vom Online-Medium Taggat und Mané sind seit über zehn Jahren befreundet und sehen sich regelmäßig. „Es war Zeit für etwas Neues, für eine neue Herausforderung. Und Bayern bietet ihm diese Möglichkeit: Es ist ein großer Klub, der jedes Jahr um den Champions-League-Titel kämpft“, erklärt er den Wechsel seines Kumpels zum deutschen Rekordmeister. In seinen Augen ist der Transfer eine Win-Win-Situation: Bayern bekommt einen Spieler, der immer noch hungrig nach Erfolgen und Titeln ist. „Er will noch einmal Geschichte schreiben. Meiner Meinung nach passt er perfekt zu den Werten des Klubs!“

Gueye kennt nicht nur den Fußballer, sondern auch den Menschen Mané. Und der sei sehr freundlich, hilfsbereit und bescheiden: „Mit ihm kann man Stunden gemeinsam Zeit verbringen und er lässt in keiner Sekunde raushängen, dass er ein Fußball-Star ist. Sadio steht plötzlich auf und macht dir Tee oder Kaffee, nur damit du dich wohlfühlst. Er begegnet jedem Menschen auf Augenhöhe.“

In seiner Heimat Senegal ist Mané längst der unangefochtene Superstar. Dabei hatte der Angreifer in der Nationalmannschaft mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. „Seine Anfangszeit war kompliziert. Die Leute warfen ihm vor, dass er in Liverpool viele Tore schießt, aber in der Nationalmannschaft nicht gut genug spielt“, erinnert sich Gueye. Zum Idol aller Senegalesen wurde Mané im vergangenen Februar, als er maßgeblich zum Gewinn des Africa Cups beigetragen hatte. „Er war der Retter der Nation, weil Senegal zum ersten Mal in der Geschichte diese Trophäe gewinnen konnte!“

Wie groß die Mané-Mania ist, zeigen die Worte von FCB-Chefkritiker Lothar Matthäus (61). „Mané ist ein Ausnahme- und Unterschied-Spieler. Ich freue mich wirklich sehr, ihn im Bayern-Trikot zu sehen. Respekt und Glückwunsch an alle, die an diesem Transfer nach München beteiligt waren“, schreibt der Rekord-Nationalspieler in seiner Sky-Kolumne.

Liverpool-Legende Dean Saunders (57) kann den Wechsel nicht nachvollziehen. „Nichts gegen den Verein, es ist ein großartiger Klub. Aber die Liga ist bei Weitem keine Herausforderung für Mané“, sagte Saunders im britischen Radio. Dass die Bayern bereits zehn Meisterschaften in Folge gewinnen konnten, sieht er als Zeichen mangelnder Konkurrenz: „Er wird sich in seinen Sessel setzen, eine Zigarre anzünden, für Bayern im dritten Gang spielen und zwei Jahre lang die besten zwei Jahre seines Fußballer-Lebens ruinieren.“

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