Madrid/München – Antonio Rüdiger blickte immer wieder nervös zur Seite, doch das Baby seines Bruders Sahr Senesie wollte einfach nicht aufhören zu weinen. Dass der große Florentino Perez, Präsident des weltgrößten Fußballklubs, des stolzen Real Madrid, den lieben Onkel Toni als „wunderbaren“ und „großartigen“ Kicker würdigte, konnte dem Kindchen nicht egaler sein.
Nach einigen Minuten des Quengelns kam es doch noch zur Ruhe – und so konnte Rüdiger diesen „sehr besonderen Tag“ und seine Präsentation als Neuzugang beim Champions-League-Sieger im Kreise seiner Familie genießen. Bei seiner kurzen Antrittsrede bedankte er sich, stilecht im weißen Hemd zum grau-karierten Anzug mit dunkler Krawatte, auf englisch bei seinen Eltern. „Ohne ihre Unterstützung wäre ich nicht hier“, sagte der Nationalspieler und versprach, „so viele Titel wie möglich“ zu erringen. „Hala Madrid, nada mas!“ Auf geht’s!
Seine ersten Schritte als „Königlicher“ machte Rüdiger wegen des Umbaus des Bernabeu-Stadions auf dem schmucklosen „Platz 3“ im Real-Trainingszentrum noch abseits der großen Bühne. Doch beim Foto mit Präsident Perez wurde klar, wohin die Reise gehen soll: Hinter Rüdiger standen die 14 Champions-League-Pokale des erfolgreichsten Fußball-Klubs der Welt.
Übrigens: Auch der FC Barcelona sei interessiert gewesen, verriet Rüdiger. Doch er habe seinem Bruder Sahr, der ihn berät, gesagt: „Real oder nix!“ Grundsätzlich verstehe seine restliche Familie nicht viel vom Fußball, aber sie wüssten, „wie groß Real ist“.