Saisonende der Basketballer Eine Trophäe fehlt

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Basketball-Trainerlegende Svetislav Pesic hatte während seines Engagements beim FC Bayern ja einen Lieblingssatz. Einen immer wieder kehrenden Hinweis. Die Qualität einer Spielzeit, so sagte der heutige serbische Nationaltrainer, lasse sich an ihrem letzten Spiel messen. Wer das gewinnt, der habe vielleicht nicht unbedingt alles, aber doch ziemlich viel richtig gemacht.

Für Pesics Immer-noch-Herzensclub lässt das natürlich erst einmal einen unschönen Schluss zu. Am Sonntag hat der FC Bayern zum nun dritten Mal in Folge seinen letzten Saisoneinsatz verloren. Hatte sich in der Finalserie mit Alba Berlin einem Gegner beugen müssen, der wie schon im Jahr zuvor besser war, als es darauf ankam.

Klar, es würde der Sache nicht gerecht, die Münchner Saison nur auf den erneut verpassten Titel zu reduzieren. Die Bayern waren auch in dieser Spielzeit schwer gebeutelt. Von Corona-Wellen oder Verletzungen. Zuletzt fehlten vier Kräfte, die den Berlinern eigentlich als Startbesetzung gegenüber treten sollten. Dass sich das rächt, kann kaum überraschen.

Aber es bleibt halt auch hängen, dass der, im Saisonverlauf ebenfalls ordentlich gebeutelte, Rivale aus der Hauptstadt erneut eine ganz andere Entwicklung genommen hat. Wie schon im Vorjahr hatten die Albatrosse in der entscheidenden Phase der Bundesliga personell und spielerisch ihr bestes Gesicht.

Das hat sicherlich auch mit der unterschiedlichen Herangehensweise zu tun. Berlins Team ist prädestiniert für den nationalen Betrieb. Ein junges, spielfreudiges Team mit starker „deutscher Note“, für das Europa – das betonte Manager Marco Baldi kürzlich (noch) eher ein Zubrot ist. Das Bayern dagegen wurde gebaut, um in der Königsklasse Euroleague konkurrenzfähig zu sein. Was die Münchner ja auch waren. Zum zweiten Mal in Folge standen sie im Viertelfinale, zum zweiten Mal war der Sprung ins Finalturnier mehr als greifbar. Die epische Serie gegen den FC Barcelona, direkt nach einem irrsinnigen Hauptrundenendspurt mit vier Partien binnen einer Woche, wird in Erinnerung bleiben.

Und trotzdem bleibt der Umstand bestehen: Man steht in diesem Jahr ganz ohne Trophäe da. Man hat das letzte Spiel der Saison verloren. Und das, das hat auch Präsident Herbert Hainer betont, kann nicht der Anspruch eines Clubs wie dem FC Bayern sein.

patrick.reichelt@ovb.net

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