Samba-Stil für die höchste Spielklasse

von Redaktion

Der Brasilianer Lucas Kruel hat Jahn Regensburg zu einem Futsal-Spitzenteam geformt

München – Brasilianer sind die größten Ball-Künstler. Ein Grund dafür: In ihrer Heimat ist Futsal extrem beliebt. Eine vom Weltverband FIFA anerkannte Variante des Hallenfußballs, die auch in Deutschland immer populärer wird. Seit 2021 gibt es hierzulande eine Bundesliga für Männer. In der kommenden Saison mit dabei: die Futsaler von Jahn Regensberg – und die bringen Samba-Stil in die höchste Spielklasse.

„Aktuell spielen fünf Brasilianer in unserer Multikultitruppe neben natürlich Deutschen aber auch Spaniern, Italienern, Portugiesen, Slowaken und Marokkanern“, sagt Spielertrainer Lucas Kruel, 31, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die meisten von ihnen kommen aus ärmeren Familien, sind mittlerweile fast alle Fußballdeutsche. Ich bringe meine Landsleute nach Deutschland. Einerseits, um unsere Mannschaft zu verstärken, weil sie Top-Futsaler sind. Andererseits, um ihnen zu helfen, ein besseres Leben zu bekommen. Der Club zahlt ihnen den Deutschkurs, es sind keine Profis, wir setzen weiter auf Amateure, weiter sind wir noch nicht.“

Seit 2015, als sein bester Kumpel Douglas Costa, 31, zum FC Bayern wechselte, spielt der Brasilianer bei Regensburg, baute die Mannschaft mit auf und führte sie von der Bayernliga in Rekordzeit in die Champions League, wo man 2017/18 für Aufsehen sorgte. Damals, als es noch keine Bundesliga gab, konnten sich deutsche Teams über die Regionalliga und anschließende Playoffs für die Königsklasse qualifizieren.

„In der neuen Saison, die am 3. September startet, wollen wir auf Anhieb wieder vorne mitmischen“, betont Kruel. In der Bundesliga braucht die Mannschaft allerdings ein größeres Budget. „Zwei deutsche Hauptsponsoren haben wir bereits, Demicon und Barn Babe. Auch das Zugunternehmen Benex zählt zu unseren wichtigsten Unterstützern.“

Apropos: Das Busunternehmen Wufka des Futsal-Teams verlangt seit Jahren nur Benzingeld für den Transport der Mannschaft. „Der Busfahrer und er feuern uns bei den Spielen immer an. Sie sind tolle Menschen“, schwärmt Kruel, der in Grünwald das Fitnessstudio Nou Performance betreibt („Wir sponsern Futsal seit Tag eins“) und internationale Fußball-Stars fit macht. „Freitags trainieren wir in Regensburg, anschließend schlafen wir im Hotel Götzfried. Eine großzügige Geste der Eigentümer. Wir sind so dankbar! Unser Futsal-Team ist wie eine Familie.“

Um den nächsten Schritt Richtung Professionalisierung zu gehen, braucht es weitere Finanzspritzen. „Der Spielbetrieb ist gesichert, aber wir könnten mit weiteren Bannersponsoren oder T-Shirt aufdrucken, mit denen wir durchs Land reisen, vieles erleichtern und angenehmer gestalten. Es helfen auch Sachspenden oder Gutscheine zum Einkauf oder Tanken – das ist oft sogar mehr wert.“ PHILIPP KESSLER

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