Stefan Reisinger: Löwen-Assistent statt Sportlehrer

von Redaktion

Für 1860 pausiert der Ex-Stürmer an der Realschule – Köllner spricht von einer „sehr guten Lösung“

Waldkirchen – Während der Cheftrainer nach dem Spiel das Bad in der Menge genoss, suchte sein neuer Helfer zügig den kühlen Kabinentrakt auf – ohne Kommentar zu seinem Wechsel vom AIDA-Schiff (bis Samstag) in die Kommandozentrale des TSV 1860. „Lassen wir ihn erst mal ankommen“, beschied Sprecher Rainer Kmeth. Unglücklich sah Stefan Reisinger, 40, aber nicht aus, dass er den Co-Trainer-Job bei 1860 in seiner niederbayerischen Heimat beginnen durfte.

Doch wie kam es überhaupt, dass die Wahl der Löwen auf ihren früheren Stürmer fiel? „Stefan Reisinger hat Stallgeruch“, gab Köllner Einblicke ins Suchraster: „Es war uns wichtig, dass wir die Löwen-DNA in dieses Thema reintragen. Wir haben ihn aber nicht als Spieler, sondern als Trainer verpflichtet – und da hat er bereits seine ersten Meriten verdient.“ In Unterhachings Jugend und später in Uerdingen auch als Teamchef der Profis.

Zuletzt arbeitete Reisinger drei Tage die Woche als Realschullehrer in Oberroning (Wirtschaft, Sport) – für die Löwen lässt er seinen bürgerlichen Beruf erst mal ruhen. „Wir stehen schon länger in Kontakt“, verriet Köllner, dessen Stiefsohn Alexander Freitag einst von Reisinger in Hachings U 19 trainiert wurde: „Logischerweise hat man dann viel miteinander zu tun. Er hat immer mal wieder Interesse gezeigt, in meinem Team mitzuarbeiten – diesmal hat’s ganz gut gepasst, dass er frei war und wir einen Co-Trainer gesucht haben.“

Köllner spricht von einer „sehr guten Lösung“, aber natürlich gab’s zum Einstand auch eine Portion Schmäh. Der frühere Auswahltrainer Niederbayerns über den Ex-Profi, der nach seinem Null-Tore-Jahr bei 1860 immerhin 96-mal in der Bundesliga auflief (u.a. für Freiburg): „Für das, wie er Fußball gespielt hat, hat er eine ganz gute Karriere hingelegt.“ ULI KELLNER

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