Vom Kult- zum Skandalprofi

von Redaktion

Hinteregger wird für Eintracht Frankfurt zum Problem

Frankfurt/Main – Als Martin Hinteregger vor einem knappen Jahr sein Buch „Innensicht“ mit 45 Geschichten aus seinem bewegten Leben auf den Markt brachte, schien endgültig alles erzählt. Alkohol-Eskapaden, Spielsucht, provozierte Klubwechsel, Verharmlosung von Gewalt, Hinti-Army, Jagdfieber – all das hat bereits für Schlagzeilen gesorgt. Doch das jüngste Kapitel seiner Vita könnte dazu führen, dass die oft erzählte Story vom Wandler zwischen Kult- und Skandalprofi bei Eintracht Frankfurt jäh zu Ende geht.

Schließlich ist die Chefetage des Europa-League-Siegers von der nicht enden wollenden Affäre um die Geschäftsbeziehung ihres Abwehrspielers zu einem rechtsextremen Lokalpolitiker in seiner österreichischen Heimatnicht begeistert. Immerhin steht die Glaubwürdigkeit des Präsidenten Peter Fischer auf dem Spiel. Der Klubchef hatte mehrfach betont, dass er rechtes Gedankengut bei seinem Verein nicht duldet. Auf der anderen Seite ist Hinteregger, der sich gerne als bodenständig mit großer Nähe zu den Fans darstellt, beim Frankfurter Anhang äußerst beliebt. Ein Rauswurf würde ein Zerwürfnis mit den Fangruppierungen provozieren.

Hinteregger verteidigte zum wiederholten Mal seinen Kontakt zu FPÖ-Mann Heinrich Sickl und sorgte mit einem Vergleich für Kopfschütteln. „Ich weiß, dass er FPÖ-Politiker war, was in Österreich ja nichts Schlimmes ist. Ich habe aber von der Identitären Bewegung nichts gewusst und auch nicht, was das bedeutet“, sagte Hinteregger dem Standard: „In Deutschland bringen viele die FPÖ und AfD auf eine Ebene, die AfD ist aber zehnmal schlimmer.“

Sickl hatte bei der Organisation des von Hinteregger veranstalteten Hobby-Turniers „Hinti-Cup“ mitgewirkt. Hinteregger vermied es, Sickl trotz dessen Verbindungen zur rechtsextremen Szene zu verurteilen. Die Beziehung der beiden hatte der österreichische Reporter Michael Bonvalot aufgedeckt. Dieser wurde von Hinteregger, der sich selbst als Opfer „einer medialen Hetzjagd“ sieht, in einem Sky-Interview als „linksextremer Journalist“ bezeichnet, der ihn als „Spielball benutzt“.  sid

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