München – Ein verregneter Herbstnachmittag in Sinsheim, die Bayern zu Gast bei der TSG. Über links lässt Sadio Mané zwei Blau-Weiße aussteigen, seine Hereingabe findet Cristiano Ronaldo, der sich in die Luft schraubt und mit 37 Jahren seinen ersten lupenreinen Hattrick im Dress des Rekordmeisters schnürt. Was sich auf den ersten Blick wie die Simulation eines Computerspiels liest, könnte laut der spanischen Sportzeitung AS schon bald zur Realität werden. Am Donnerstagabend schrieb das Fachblatt , dass der FC Bayern an den portugiesischen Superstar „denkt“, um die Lücke im Sturm zu schließen, die ein „möglicher“ Abschied von Robert Lewandowski hinterlassen würde. Cristiano wisse „vom Interesse, steht einem Wechsel positiv gegenüber“.
Ronaldo für Robert – Sensation? Oder alles nur Spekulation? Es dauerte nicht mal einen Tag, bis der Münchner Sportvorstand höchstpersönlich dementierte. „Cristiano Ronaldo ist ein Topspieler mit einer herausragenden Karriere. Das Gerücht, das im Umlauf ist, ist allerdings ein Gerücht, an dem nichts dran ist“, betonte Hasan Salihamidzic gegenüber dem Sender Sky.
Auch die nationalen Transferexperten verwiesen die Meldung umgehend ins Reich der Fabel. Doch dass sich in einem offenen Markt, der in Deutschland bis zum 1. September geöffnet hat, niemals nichts kategorisch ausschließen lässt, haben insbesondere die jüngsten Operationen in der Bundesliga gezeigt. Information ist in diesem Geschäft nicht immer Information, sondern in den meisten Fällen nur Mittel zum Zweck der Agenten und ergo ihrer Klienten, der Spieler.
Nach Informationen unserer Zeitung war es in diesem Fall die Ronaldo-Seite, die die Hintergründe zu besagtem Artikel lieferte. Dass der fünfmalige Weltfußballer Manchester United verlassen will, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Interessant jedoch ist, dass innerhalb der Entourage Ronaldos vor wenigen Wochen noch nichts vom FCB zu hören war – bis jetzt. Ronaldo selbst, so ist zu hören, empfindet die Option München derweil in der Tat als höchst attraktiv.
Trotz seines hohen Fußballeralters denkt der Vorzeigeathlet nicht an ein Karriereende und ist – ähnlich wie Lewandowski – körperlich nach wie vor in sehr guter Verfassung. Verletzungsbedingt verpasste er vergangene Saison lediglich drei Spiele, war zudem mit 24 Treffern Uniteds bester Torschütze. Dass er in München Gehaltseinbußen (aktuell rund 29 Millionen Euro jährlich) in Kauf nehmen müsste, ist ihm durchaus bewusst. An der Isar hängen derweil alle Planungen in der Offensive von Lewandowski ab. Zuletzt bei der Mané-Präsentation nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit, um ihr Wechsel-Veto zu erneuern und an seinen gültigen Vertrag zu erinnern
Das jüngste Angebot des FC Barcelona in Höhe von 35 Millionen Euro plus Boni liegt nach wie vor weit unter der Münchner Wahrnehmungsgrenze, Plan A ist und bleibt der Pole.
Da der Transfermarkt aber noch lange geöffnet hat und selbst ein Wechsel-Veto schon morgen wieder widerrufen werden kann, ist nichts auszuschließen. Ein CR7-Hattrick in Sinsheim laut Brazzo dagegen schon.