Nichts für Anfänger

von Redaktion

Actionsportfestival: Munich Mash

VON THOMAS JENSEN

München – Pedro Caldas ist die Begeisterung anzusehen, wenn er auf den Münchner Olympiasee blickt. „Die Teile sind echt massiv, man wird die Leute wirklich fliegen sehen“, sagt der Brasilianer auf Englisch und deutet auf die beiden „Kicker“, also Schanzen, die aktuell aus dem Wasser ragen. Der 20-Jährige ist einer der weltbesten Wakeboarder und wird sich am Wochenende mehrmals über die Schanzen und anderen Hindernisse ziehen lassen. Denn erstmals seit 2019 findet im Olympiapark wieder das Munich Mash, Münchens Extremsportfestival, statt.

Auch Julia Rick, die wohl beste Wakeboarderin weltweit, wird am Start sein. Sie ist sich mit Caldas einig: „Für Anfänger ist dieser Kurs definitiv nichts.“ Ob sie Respekt hat, vor den beiden Kickern? „Was heißt Respekt – es ist eben die Schlüsselstelle und die muss einfach sitzen“, erwidert die 29-jährige Rheinländerin gelassen. 2019 gewann sie den Wettbewerb, als dort erstmals eine Konkurrenz für Frauen auf dem See ausgetragen wurde. Nun, drei Jahre später aber bei der ersten Ausgabe seitdem, sind die Frauen im Skateboard und erstmals auch im BMX vertreten und damit bei allen drei Sportarten. Marion Schöne, die Geschäftsführerin des Olympiaparks, freut das. „Ich weiß noch, dass mir früher immer gesagt wurde, die Mädels hätten nichts zu bieten. Inzwischen sehen alle, dass sich die Frauen nicht vor den Männern verstecken müssen“, erzählt sie und ergänzt, dass außerdem auch alle Preisgelder bei Männern und Frauen an diesem Wochenende gleichgewichtet seien.

Davon profitiert auch Alissa Fessl, die am Ufer etwas weiter westlich die sogenannte Miniramp-Landschaft begutachtet und zusammen mit Tyler Edtmayer die ersten Tricks auf ihren Skateboards probiert. Allerdings sind sich die 21-jährige Kärntnerin und der gleichaltrige Lenggrieser bei der Beurteilung der Anlage nicht so einig. Während die Österreicherin begeistert ist und meint, der Charakter käme ihr entgegen, trauert der Olympiateilnehmer von Tokio dem Rollercoaster hinterher, der beim Mash 2019 aufgebaut war. Die Hindernisse damals waren andere, mehr sogenannte Street-Element. Es wird wieder Foodtrucks geben, eine Chill-out-Area, sowie ein Cultural Villiage, in dem Kunst und nachhaltige Produkte präsentiert werden sollen. Auch Live Musik und die Mash Party soll es wieder geben. Eintritt wird von den Besuchern wie gewohnt nicht verlangt, dass sei dank der Sponsoren möglich, erklärt Marion Schöne. Die einzige Sorge, die die Chefin des Parks noch umtreibt, ist das Wetter. Die Wakeboarder dürfte das weniger beunruhigen, sie werden wohl ohnehin nass.

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