München – Karla Borger und Julia Sude spielen an diesem Wochenende auf der German Beach Tour in Stuttgart. Zumindest in Gedanken dürften die beiden Beachvolleyballerinnen aber auch ein bisschen in der bayerischen Landeshauptstadt sein. Die Europameisterschaft, die im August dort stattfindet, ist seit einigen Tagen „realer geworden“, meinte Sude im Gespräch mit unserer Zeitung.
Denn im Angesicht des goldenen EM-Pokals waren Borger und Sude in dieser Woche in München dabei, als die Gruppen für das Turnier ausgelost wurden. Sie machten dabei klar, dass die EM das wichtigste Ereignis ihrer Saison sei und nicht die kürzlich stattgefundene Weltmeisterschaft in Rom. „Vor allem nach dem, was wir bei der WM erlebt haben, ist die EM dieses Jahr noch größer für uns“, führt Borger aus. Die 33-Jährige Heppenheimerin meint damit nicht nur, dass sie als deutsches Topteam nur Neunte wurden.
„Wir wissen ja, wie Beachvolleyball funktioniert und auch funktioniert hat, bei der WM in Hamburg 2019 zum Beispiel“, erklärt sie und ihre Partnerin ergänzt: „Wie wenig Zuschauer in Rom da waren, das war für eine sportbegeisterte Stadt schon irgendwie traurig.“ Als sie dann gehört hätten, dass die Tage zum Ende des Turniers in München schon ausverkauft seien, hätten sie es erst gar nicht glauben können, so Sude weiter.
Doch auch die eigenen, in dieser Saison bisher oft durchwachsenen Leistungen, verstärken den Fokus auf die EM und die Hoffnung, dort positivere Ergebnisse einzufahren. „Vieles lief im Hintergrund nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben“, ordnet Borger ein und meint damit vor allem Gesundheitliches: „Vor der Saison hatte ich Corona und mein Immunsystem war davon dann ziemlich gebeutelt. Deswegen war unser Saisonstart ziemlich holprig.“ Vor der WM im Rom erwischte es dann Sude mit dem Virus. Zu sehr beschweren wollten sie sich aber nicht, vielen anderen Sportlern ginge es ja ähnlich, so Borger.
2021 holten die beiden bei der EM in Wien Bronze. Trotz der negativen Vorzeichen in diesem Jahr, wollen sie wieder auf dem Podest landen, „weil es sich jetzt einfach schon zu gut anfühlt“, fasste Borger die Vorfreude aus die European Championships zusammen. Bis dahin stehen für sie und ihre Gießener Partnerin noch einige Turniere an. Nicht nur auf der German Tour, sondern mit Gstaad (Schweiz) und Hamburg auch auf der World Tour, sowie noch Stops auf Challenge-Ebene. Dort könnten sie auch auf ihre Vorrundengegner, zwei italienische Teams und ein ukrainisches treffen. Ein Umstand, der dafür sorgt, dass die EM weiter im Hinterkopf bleibt. THOMAS JENSEN