Wer folgt auf die Ära Koch?

von Redaktion

Bayerischer Fußball-Verband wählt am Samstag einen neuen Präsidenten

Bad Gögging – Vor der spannenden Wahl des Nachfolgers von Langzeit-Präsident Rainer Koch haben die drei Kandidaten auf dem 26. Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes bei den Delegierten intensiv für sich geworben. Der langjährige Spitzenfunktionär Koch (63) kandidiert nach 18 Jahren nicht mehr für die Führungsposition im größten Landesverband des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

„Diesmal haben wir einen spannenden Verbandstag“, sagte Koch am Freitag in Bad Gögging. Sein Nachfolger wird am Samstag gewählt. Erwartet wird ein enges Rennen zwischen Vizepräsident Robert Schraudner (58) und Schwabens Berzikschef Christoph Kern (39). Als Außenseiter gilt Landesliga-Betreuer Christian Bernkopf (44).

Schraudner hob in seiner Bewerbungsrede die „langjährige Führungserfahrung“ hervor. „Ich habe einfach Lust auf dieses Amt“, sagte er. Kern warb für sich auch mit einem anderen Ansatz als Koch, der auch eine starke bayerische Stimme im DFB war. „Der zukünftige Präsident muss seinen Schwerpunkt wieder auf Bayern legen“, sagte Kern. Er biete die Chance zum „Generationenwechsel“. Bernkopf betonte seine Basisnähe. Er stehe für „zielorientierte Lösungsansätze“.

Der langjährige Spitzenfunktionär Koch hatte nach der schmerzhaften Wahlniederlage um das Vizepräsidentenamt im März beim DFB-Bundestag in Bonn seinen Rückzug aus der ersten Reihe des Fußballs angekündigt. Er gehe mit „einer guten Gefühlslage“ in seinen Abschiedsverbandstag. Von „Weltuntergangsstimmung“ bei ihm könne keine Rede sein, sagte er.

Der seit 104 Tagen amtierende DFB-Präsident Bernd Neuendorf überreichte Koch als Ehrengast in Bad Gogging zum Abschied ein Trikot der Nationalmannschaft mit der Rückennummer 18 für die Dauer seiner Ära in Bayern. „Er ist immer unter Storm und gibt immer hundert Prozent für den Amateurfußball“, sagte Neuendorf über Koch.

Der BFV habe sich unter Kochs Führung zum „Innovationstreiber“ unter den DFB-Landesverbänden entwickelt, sagte Neuendorf. Dreimal führte Koch den DFB in den vergangenen Chaos-Jahren als Interimspräsident an. „Ja, es gab auch viel Kritik an der Person Rainer Koch“, sagte Neuendorf zu dem scheidenden Multifunktionär. „An ihm haben sich viele Menschen gerieben“, bemerkte der amtierende DFB-Chef.

Koch wird auch den lukrativen Posten im UEFA-Exekutivkomitee demnächst räumen. Und sich aus dem Fußball zurückziehen.  dpa

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