DFB-Damen schalten in den EM-Modus

von Redaktion

Nationalspielerinnen heiß auf Dänemark – Verband formuliert Plan für Zukunft des Frauenfußballs

London – Bernd Neuendorf unterbricht für die Frauen-EM sogar seinen Urlaub. Der DFB-Präsident unterstützt die deutschen Fußballerinnen beim kniffligen Auftakt gegen Dänemark am Freitag (21.00 Uhr/ZDF und DAZN) vor Ort in London-Brentford – es ist als Signal zu verstehen: Auch Frauenfußball ist Chefsache.

Für den bitter nötigen Aufschwung kann und soll natürlich nicht der Verbandsboss allein sorgen. Dafür hat der Deutsche Fußball-Bund eine Zukunftsstrategie entwickelt, die den Sinneswandel antreiben soll. „Wir müssen jetzt richtig Gas geben, um etwas nachzuholen und voranzukommen“, sagte Doris Fitschen, DFB-Koordinatorin Strategie Frauen im Fußball, bei einem Pressegespräch.

Beim DFB heißt es nach jahrelanger Stagnation nun: „Frauen im Fußball – Fast Forward 27“, Vorspulen also. Bis zum Jahr 2027 verfolgt der Verband unter diesem Titel übergreifend vier Ziele: Mehr internationale Erfolge, mehr aktive Spielerinnen, mehr Sichtbarkeit und eine Frauenquote von 30 Prozent in DFB-Gremien und hauptamtlichen Führungsebenen.

Die deutschen Nationalspielerinnen werden sich über diese Ziele freuen, nun rückt aber der EM-Auftakt in England für die deutschen Fußballerinnen immer mehr in den Fokus. „Es ist für uns wichtig, dass wir gut Turnier ins starten, die Art und Weise, aber vor allem die drei Punkte“, sagte Vize-Kapitänin Svenja Huth am Montag.

Die Flügelspielerin vom VfL Wolfsburg wird das DFB-Team wohl am Freitag (21.00 Uhr/ZDF und DAZN) gegen den EM-Zweiten Dänemark aufs Feld führen, Alexandra Popp ist nach Knieverletzung und Corona-Infektion noch nicht 100-prozentig fit. In der Generalprobe gegen die Schweiz (7:0) trug die 31-jährige Huth zuletzt schon die Kapitänsbinde.

„Wenn wir diese Spielfreude auf den Platz bringen wie gegen die Schweiz, dann gibt es nur einen Sieger, und das sind wir“, sagte die 66-malige Nationalspielerin. Anschließend geht es für den achtmaligen Europameister in der Hammergruppe B gegen Titelkandidat Spanien (12. Juli) und Finnland (16. Juli).

Deutlicher aufgeregter als die erfahrene Huth ist Jule Brand (VfL Wolfsburg) als Küken des 23-köpfigen Kaders. Für die 19-Jährige geht mit der ersten Turnierteilnahme ein „Traum“ in Erfüllung: „Es ist unbeschreiblich. Ich freue mich sehr auf die Spiele und das hoffentlich sehr lange Turnier.“

Beide Spielerinnen hoffen auch, dass die EM-Euphorie nach Deutschland schwappt. „Wir können zeigen, dass Frauenfußball ein attraktiver Sport ist und auch so mehr Interesse wecken“, sagte Brand. Huth ergänzte: „Diesen Hype in England wollen wir mit nach Deutschland nehmen und diese Euphorie mit einer erfolgreichen EM untermauern.“

Das Turnier beginnt am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und DAZN) mit dem Eröffnungsspiel zwischen den Engländerinnen und Österreich im ausverkauften Old Trafford.  sid

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