München – ,,Verdammt war das wichtig!“, jubelte Linebacker Tizian Vogl. Wenige Minuten zuvor hatten die Munich Cowboys die Allgäu Comets mit 21:20 besiegt und damit den fünften Sieg im fünften Spiel eingefahren. Ein ,,spannendes Derby“ hatte Cheftrainerin Nadine Nurasyid vor der Partie angekündigt, womit sie absolut recht behalten sollte. Von Beginn an waren die Comets aus Kempten auf Betriebstemperatur und machten es den Cowboys extrem schwer. ,,Sie haben uns ihr Tempo aufgezwungen, damit hatten wir zu kämpfen“, analysierte Nurasyid nach der Partie.
Zwar konnte ,,The Grand Old Team of the South“ durch Jannik Nowak in Führung gehen, diese war aber nur von kurzer Dauer, da die Gäste rasch zwei Touchdowns erzielen und die Partie drehen konnten. Unbeeindruckt vom Rückstand ihres Teams feierten auf der Tribüne die knapp 1400 Zuschauer. Der ein oder andere verbale Giftpfeil flog dabei von der Haupttribüne in Richtung der rund 50 Gästefans.
Trotz der Unterstützung des Publikums ging es für die Cowboys mit einem Rückstand in die Pause. In selbiger diskutierte Cheftrainerin Nurasyid hitzig mit ihrem Trainerteam, man konnte der 36-Jährigen ansehen, dass sie nicht zufrieden war. Ihre Laune verschlechterte sich dann zum Start der zweiten Spielhälfte weiter. Denn die Cowboys konnten zwar einen Touchdown erzielen, aber gerieten direkt im Anschluss durch stümperhafte Defensive wieder in Rückstand. Vor allem die Läufe des Allgäuer Quarterbacks Allen sowie den Passempfänger Harvey bekam die Verteidigung nicht in den Griff. Dabei hatte Nurasyid explizit vor diesen beiden gewarnt. Auch in der Folge taten sich die Cowboys schwer. Die Offensive wirkte uninspiriert und die Defensive war so löchrig wie noch nie in dieser Saison. Bestraft wurde die schwache Leistung allerdings nicht: ,,Im dritten Viertel haben wir es verpasst, den Sack zuzumachen“, ärgerte sich Gästetrainer Elias Gniffke.
Die Stunde der Münchener sollte dann im letzten Viertel schlagen. Erst stoppten sie sämtliche Angriffe der Comets, dann sorgte ein Geistesblitz von Wyatt Smith für den Sieg – der Quaterback bediente Luca Salvo mit einem tollen Pass in der Endzone. ,,Es war ein tolles Zusammenspiel von Mannschaft und Fans“, betonte Tizian Vogl die Bedeutung des Publikums für den Sieg. Und auch seine Trainerin konnte wieder lachen: ,,Ich bin natürlich super zufrieden mit der bisherigen Saison, wir haben ja jedes Spiel gewonnen.“ Trotz dieser super Serie hebt bei den Cowboys niemand ab: ,,Wir haben noch sehr schwere Spiele vor uns, die zweite Saisonhälfte wird schwerer als die erste“, mahnt Nurasyid.
Zunächst geht es nach Ravensburg, bevor Ende Juli die Schwäbisch Hall Unicorns zum Topspiel ins Dantestadion kommen.
CLAAS SCHÖNFELD