Moskau – Aus ihren Worten klingt pure Verzweiflung, Brittney Griner ist nach fast fünf Monaten Haft in Russland mit den Nerven am Ende. „Ich habe Angst, für immer hier bleiben zu müssen. Bitte vergessen Sie mich nicht“, schrieb die Basketballerin jetzt in einem Brief an US-Präsident Joe Biden – ein Hilferuf.
Am Unabhängigkeitstag wandte sich die 31-Jährige aus Houston handschriftlich an ihr Staatsoberhaupt. Auszüge liegen verschiedenen Medien vor, unter anderem ESPN und CNN. Griner wählte bewusst den 4. Juli, es tue ihr weh, wenn sie daran denke, wie „ich diesen Tag normalerweise feiere, denn Freiheit bedeutet für mich dieses Jahr etwas ganz anderes“.
Seit Mitte Februar sitzt die Olympiasiegerin hinter verschlossenen Türen, zuvor war sie am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden. Ihr wird vorgeworfen, in ihrem Gepäck Vape-Kartuschen mit Cannabisöl mitgeführt zu haben. Derzeit gibt es rein gar nichts, was Hoffnung auf dennächsten Prozess macht.
Auf welchem Weg der Brief aus dem Gefängnis das Weiße Haus erreichte, ist unklar.
Griner ist zum politischen Spielball geworden. Russland versucht angeblich, den US-Star für einen Gefangenenaustausch zu nutzen. Teil des Deals soll laut Medienberichten Wiktor But sein. Der russische Waffenverkäufer, „Händler des Todes“ genannt, wurde 2012 in New York wegen Terrorismus zu 25 Jahren Haft verurteilt. Griner betonte, wie dankbar sie für jegliche Unterstützung sei, und setzt ihre Hoffnungen in Biden. „Ich vermisse meine Frau! Ich vermisse meine Familie! Ich vermisse meine Teamkollegen! Es bringt mich um, zu wissen, dass sie gerade so leiden.“