Bayerns Basketballer bauen um Auf die Deutschen kommt es an

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Neulich, am Rande einer Benefizveranstaltung im Audi Dome, hat Marko Pesic es noch einmal betont: Der Kader seiner Bayern-Basketballer soll keine Runderneuerung erhalten. Konstanz kann ja auch gut und hilfreich sein. Für die Fangemeinde, die sich mit ihren Helden identifizieren will. Vor allem aber auch für das Team, das weiter wachsen kann – besser als in der von Coronawellen und Verletzungen zerhackten Vorsaison.

Nun allerdings, nachdem die ersten Entscheidungen öffentlich sind, wird schon deutlich: Das Vorhaben wird nur zum Teil glücken. Auf der Habenseite: die Bayern halten Othello Hunter und Augustine Rubit an Bord. Der Anführer und die personifizierte Konstanz der Vorsaison. Man kann das allemal nachvollziehen. Doch klar ist auch: Hunter ist 36, Rubit demnächst 33 – Personalien mit Zukunft sind das im Gegensatz zum jungen Kroaten Danko Brankovic nicht.

Überraschend allerdings: Die Bayern ließen auch Nihad Djedovic und Leon Radosevic ziehen. Klar, beide waren in den beiden letzten Jahren oft verletzt und damit schwer berechenbar. Und doch kommt der Schnitt überraschend. Vor allem bei ersterem. Djedovic tat neun Jahre lang bei den Bayern Dienst. Es gibt nicht viele Spieler in der kurzlebigen BBL, die sich einem Verein so verschrieben haben wie er. Und sportlich? War Djedovic nach langer Leidenszeit wieder auf bestem Weg zur Form von einst. Und Radosevic – nun, dass der Deutsch-Kroate noch immer einer der besten Center der Liga ist, darüber kann es kaum Zweifel geben.

Qualitäten, auf die die Bayern nun verzichten. Und die Frage, wie diese Lücken gefüllt werden, dürfte die entscheidende für die kommenden Wochen sein. Drei Jahre lang hat man schließlich im nationalen Titelrennen den Kürzeren gezogen, weil man genau hier, im Bereich der Spieler mit deutschem Pass, nicht die Erfolgsformel gegen Alba Berlin fand. Das wird keine leichte Aufgabe, denn allzu viel schlagkräftiges deutsches Personal ist nicht auf dem Markt. Genau das aber werden die Bayern brauchen, auch das hat Pesic eben betont. Zweiter zu werden, das hat er Basketball-Chef erklärt, wird in diesem Jahr nicht reichen.

patrick.reichelt@ovb.net

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