Der Musterschüler

von Redaktion

Ryan Gravenberch versucht, sich bei Bayern möglichst schnell zu integrieren

VON PHILIPP KESSLER

München – Seit Samstag ist Ryan Gravenberch (20) in München. Und lernt täglich dazu – auf dem Trainingsplatz und auch abseits des Rasens. Der Neuzugang des FC Bayern präsentiert sich bislang als Musterschüler.

Auffällig in den ersten Trainingseinheiten der Saisonvorbereitung: Chefcoach Julian Nagelsmann (34) lobte den Niederländer bei verschiedenen Spielformen immer wieder. Klar, er muss sich erst noch an die Philosophie seines neuen Trainers gewöhnen. Aber bisher hinterlässt Gravenberch einen guten Eindruck an der Säbener Straße. Und das, obwohl der zentrale Mittelfeldspieler erst seit Dienstagvormittag wieder komplett mit der Mannschaft trainieren kann. Grund dafür war eine Knöchelverletzung, die er sich gegen Ende der vergangenen Saison bei seinem Ex-Club Ajax Amsterdam zugezogen hatte. Anschließend musste er wochenlang Gips tragen. Mittlerweile ist Gravenberch (fast) wieder der Alte.

Er versucht, sich schnellstmöglich zu integrieren. Im Gegensatz zu Ex-Leipzig-Kapitän Marcel Sabitzer (28), der 2021 zum FC Bayern wechselte und seitdem sehr ruhig ist, interagiert Gravenberch häufig mit seinen neuen Teamkollegen. Im Training tauscht er sich beispielsweise häufig mit den Leih-Rückkehrern Chris Richards (22/zuletzt Hoffenheim) und Joshua Zirkzee (21/zuletzt RSC Anderlecht), ebenfalls Holländer, aus. Sein Landsmann nennt ihn „Bradda“, was Bruder heißen soll. Zirkzee und Gravenberch kennen sich von gemeinsamen Einsätzen für die niederländischen Nachwuchsauswahlen. Mittlerweile ist der Mittelfeldspieler bei der A-Nationalmannschaft.

Auch Teampsychologe Dr. Maximilian Pelka kümmert sich um Gravenberch. Bei den Trainingseinheiten erklärt er ihm teilweise Übungen und Vorgänge. Pelka spricht Holländisch, hat 2013 seinen Master in Psychologie an der Universität in Groningen gemacht. Hauptsächlich kommuniziert Gravenberch beim FC Bayern aber noch auf Englisch. Damit er schnellstmöglich Deutsch spricht, lernt er aber bereits eifrig. Am Montag studierte der Musterschüler zum Beispiel die wichtigsten Begriffe rund um die Allianz Arena – mit Bayerns Deutschlehrer Max Steegmüller. Jeder Spieler des Rekordmeisters soll zumindest die gängigsten Fußballvokabeln auf Deutsch verstehen. „Julian ist es schon wichtig, dass sie auch die Nuancen verstehen, die er erzählt“, verriet Steegmüller mal über Nagelsmanns Vorstellungen.

Damit sich Gravenberch in der Stadt schnell eingewöhnt, helfen ihm seine Eltern. Seine Mutter wird vorerst zu ihm nach München ziehen. Auch sein Vater wird regelmäßig hier sein und ihm helfen, damit er sich voll auf Fußball konzentrieren kann. Ebenfalls positiv für ihn: Sein ehemaliger Ajax-Teamkollege Noussair Mazraoui (24) soll am Freitag beim FC Bayern ins Training einsteigen.

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