München – Mit der Verpflichtung von Weltstar Sadio Mané (30) haben die Bayern bereits einen Statement-Transfer getätigt. An einem weiteren wird aktuell gebastelt. Zum Münchner Luxus-Aufgebot soll künftig Matthijs de Ligt (22/Vertrag bis 2024) von Juventus Turin stoßen – als neuer Abwehrchef.
Der niederländischen Nationalspieler hat dem deutschen Rekordmeister bereits sein Ja gegeben. Am Mittwoch soll Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) zu Verhandlungen nach Mailand geflogen sein, dort Juve-Sportdirektor Federico Cherubini (51) getroffen haben. Laut „Bild“-Zeitung sollen die Italiener signalisiert haben, dass sie ab einer Ablöse von 75 Millionen Euro verhandlungsbereit seien. Die in de Ligts Vertrag festgeschriebene Ablösesumme von 120 Millionen Euro sei hingegen für beide Seite kein Thema.
„Grundsätzlich sind wir mit der Qualität im Zentrum sehr zufrieden“, sagte Vorstandsboss Oliver Kahn (53) dem „kicker“. „Bei den Punkten Führung, Lautstärke und Präsenz können wir uns aber verbessern.“
Auch Trainer Julian Nagelsmann (34) traut Lucas Hernandez (26), Benjamin Pavard (26) und Dayot Upamecano (23), der kürzlich seine Berater-Agentur gewechselt hat, die Chefrolle offenbar nicht unbedingt zu. Daher der Wunsch nach de Ligt. Der Holländer ist so etwas wie der geborene Anführer. Ende November 2016 gab er sein Liga-Debüt für Ajax Amsterdam. Im Sommer 2018 wurde er mit nur 19 Jahren von seinem damaligen Trainer Erik ten Hag (52/aktuell Manchester United) zum jüngsten Kapitän der Vereinsgeschichte ernannt. Schon 2019 war de Ligt kurz davor, zum FC Bayern zu wechseln, entschied sich dann aber doch für einen Wechsel zu Juventus Turin. Ablöse damals: 85,5 Millionen Euro. Die Münchner Verantwortlichen um Salihamidzic verloren den Innenverteidiger aber nie aus den Augen, pflegen auch ein gutes Verhältnis zu seiner Berater-Agentur One. Das scheint sich nun bezahlt zu machen.
Bei Offensiv-Juwel Mathys Tel (17/Vertrag bis 2024) von Frankreich-Club Stade Rennes haben die Bayern die Nase ebenfalls vorne. Zudem hat der Rekordmeister Mittelfeldspieler Konrad Laimer (25/Vertrag bis 2023) und – bei einem Abgang von Robert Lewandowski (33/Vertrag bis 2023) zum FC Barcelona – auch einen weiteren Stürmer im Visier. Der Pole wird am 12. Juli zurück beim FC Bayern erwartet. „“Wir haben ein Angebot für Lewandowski gemacht und warten auf eine Antwort der Bayern“, verriet Barcelona-Präsident Joan Laporta (60) nun. Die dritte Offerte betrug 40 Mio. Euro plus fünf Mio. Bonuszahlungen. Der Abgang von Linksverteidiger Omar Richards (24/Vertrag bis 2025) zum englischen Erstliga-Aufsteiger Nottingham Forest soll unterdessen nach Informationen unserer Zeitung kurz vor dem Abschluss stehen. Die Ablöse soll dem Vernehmen nach bei rund acht Millionen Euro liegen.
„Es ist notwendig, Konkurrenzsituationen zu schaffen und Signale zu setzen“, so Kahn. „Gerade nach der vergangenen Rückrunde, die nicht dem entsprochen hat, was wir uns erwartet haben.“ Der Vorstandsvorsitzende stellt klar: „Wir wollen einen Kader, mit dem wir im Optimalfall die Champions League gewinnen können.“ Kahn übt auch sanften Druck auf Nagelsmann aus: „Wir sind beim FC Bayern zum Erfolg verdammt, das weiß er auch.“
Die Voraussetzungen für weitere Triumphe werden nun geschaffen. Neben Neuzugängen wird Nagelsmann bald auch der Wunsch nach einem blickdichten Vorhang um einen zweiten Trainingsplatz an der Säbener Straße erfüllt. Die Videowand soll ebenfalls fest installiert werden.