Bayerisches Transfer-Thermometer

von Redaktion

Heiß, lauwarm, kalt – so ist der Stand bei den möglichen Neuzugängen de Ligt, Tel & Co.

VON PHILIPP KESSLER UND MANUEL BONKE

München – Sommerzeit ist Transferzeit. Auch beim FC Bayern geht es nach den Verpflichtungen von Weltstar Sadio Mané (30), Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui und Mittelfeld-Juwel Ryan Gravenberch (20) weiter heiß her. Die prominenteste Aktie: Matthijs de Ligt (20/Vertrag bis 2024) von Juventus Turin. Der niederländische Innenverteidiger soll der neue Abwehrchef des deutschen Rekordmeisters werden und die Lautsprecher-Rolle im Defensivverbund einnehmen. Diese traut Trainer Julian Nagelsmann (34) Dayot Upamecano (23), Lucas Hernandez (26) und Benjamin Pavard (26) offenbar nicht wirklich zu.

Schon 2019 stand de Ligt kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern. Schlussendlich machte Juventus für eine Ablöse von 85,5 Millionen Euro das Rennen um den ehemaligen Kapitän von Ajax Amsterdam. Die Münchner Macher sind zuversichtlich, dass es dieses Mal mit einem Wechsel an die Isar klappt. Das Ja von de Ligt hat der FC Bayern bereits. Möglicher Knackpunkt aber: die Ablöse. Am Mittwoch ist Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) zu Verhandlungen nach Mailand geflogen und hat sich dort mit Juve-Sportdirektor Federico Cherubini (51) getroffen. Die Italiener sollen signalisiert haben, dass sie ab 75 Millionen Euro Ablöse verhandlungsbereit seien.

Die festgeschriebene Ausstiegsklausel in de Ligts Vertrag von 120 Millionen Euro ist für beide Seiten kein Thema. Aktuell bereiten die Bayern ein offizielles Angebot vor. Dem Vernehmen nach will Juventus bis zum Wochenende Klarheit über die Zukunft des niederländischen Nationalspielers haben.

Brandheiß wird auch Mathys Tel (17/Vertrag bis 2024) beim FC Bayern gehandelt. Der Linksaußen von Frankreich-Club Stade Rennes gilt als großes Offensiv-Talent auf der linken Außenbahn. Der Spieler hat sich bereits für einen Wechsel nach München entschieden. Aber Transfers sind bekanntlich ein Drei-Parteien-Geschäft. Und auch hier hakt es noch an der Ablöse. Bayern soll eine erste Offerte von sieben Millionen Euro abgegeben haben. Die Ablöse könnte im Erfolgsfall auf bis zu 17 Millionen Euro ansteigen. Zu wenig für Rennes. Laut der französischen Sportzeitung „L’Équipe“ soll der französische Verein das Angebot als „unseriös“ ansehen, sich stattdessen 20 Millionen Euro vorstellen.

Der Transfer von Nagelsmann-Wunschspieler Konrad Laimer (25) droht hingegen zur Hängepartie zu werden. Mit der Pressingmaschine (O-Ton Nagelsmann) von RB Leipzig sollen sich die Bayern weitgehend einig sein. Aufgrund seines bereits 2023 auslaufenden Vertrags ist der Rekordmeister aber nicht bereit, eine unvernünftig hohe Ablöse zu bezahlen. Leipzig soll sich rund 30 Millionen Euro für Laimer wünschen. RB-Coach Domenico Tedesco (36) will eine baldige Entscheidung. „Es gibt da auch Deadlines“, sagte er dem „kicker“.

Im Hintergrund sondiert der FC Bayern auch den Markt nach einem neuen Stürmer. Für den Fall, dass Robert Lewandowski (33/Vertrag bis 2023) zum FC Barcelona abwandert. Auf dem Zettel: Hugo Ekitike (20/Vertrag bis 2024) von Frankreich-Verein Stade Reims. Das Management des 1,90-Meter-Stürmers soll auf ein Angebot eines Topclubs warten. Ein Wechsel nach England zu Newcastle, das 36 Millionen Euro feste Ablöse bietet, sei hingegen nicht die bevorzugte Wahl Ekitikes. Kein Interesse zeigten die Bayern-Bosse an den ihnen angebotenen Stürmern Alvaro Morata (29/Atletico Madrid) und Cristiano Ronaldo (37/Manchester United).

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