Montreal – Julian Lutz war schon vor einigen Tagen nach Montreal gereist. Mit seinen Eltern als Begleitung, mit einem feinen Anzug und seiner Eishockeytasche. Er hatte eindeutige Signale erhalten, dass er von einem Club aus der National Hockey League gedraftet werden würde. Am zweiten Tag der Veranstaltung dauerte es nicht lange, bis sein Name fiel: Als insgesamt 43. in der Talente-Lotterie wurde der 18-Jährige vom EHC München gezogen. Das Recht, ihn zu verpflichten, haben die Arizona Coyotes erworben. Aktuell keine Top-Adresse der Liga. Wegen Problemen mit der Halle drohte zwischenzeitlich sogar das Aus.
Lutz hatte mit 25 der 32 NHL-Clubs Gespräche geführt und sich beim „NHL Combine“ diversen Aufgaben der potenziellen Arbeitgeber gestellt. Ein wichtiger Termin für ihn. Denn er hatte fünf Monate wegen Verletzung gefehlt, kam in der DEL lediglich 14 Mal zum Einsatz und benötigte die U 18-WM, um sich der NHL zu präsentieren. platz 43 ist unter diesen Umständen als Erfolg zu bewerten. Arizona wählte mit Verteidiger Maksymilian Szuber (19) einen zweiten Münchner (Runde 6/Nummer 163).
Die erste Runde des Drafts war im Zeichen der Überraschungen gestanden. Auf eins und zwei liefen erstmals slowakische Spieler ein. Die Montreal Canadiens angelten sich Juraj Slafkovsky, der als 17-Jähriger der Star des Olympia-Turniers gewesen war, Die New Jersey Devils wählten Verteidiger Simon Nemec. Die top-gedraftete Spieler wie Lutz gehen umgehend weiter in die Sichtungs-Camps. gük