Mick blüht auf

von Redaktion

Schumacher, in Spielberg Fahrer des Tages, begeistert die Formel 1

Spielberg – Mick Schumacher findet durchaus Gefallen an diesem neuen Leben in der Formel 1. Mittendrin, viele Zweikämpfe, viele Überholmanöver – „das ist fast wie früher im Go Kart“, sagte der Deutsche nach seinem großen Tag in Spielberg. Sehr wohl fühle er sich damit, allerdings, fügte er grinsend an: „Noch wohler würde ich mich ganz vorne fühlen.“

Die Erwartungen an den Sohn des Rekordweltmeisters sind seit jeher groß, die von außen, aber auch die eigenen – und irgendwann in den vergangenen Wochen scheint Schumacher einen Gang hochgeschaltet zu haben.

Seine ersten WM-Punkte holte er nach langer, langer Wartezeit in England, und nur sieben Tage später legte er in Österreich nun ein Top-Resultat nach: Rang sechs, schwer erarbeitet in zahlreichen Duellen.

Das hatten auch die Fans in aller Welt mitbekommen, sie kürten Schumacher zum Fahrer des Tages. Nicht Charles Leclerc also, nicht Max Verstappen und auch nicht Lewis Hamilton – keinen der Stars auf dem Podest von Spielberg. Schumachers Leistung im Haas-Boliden wurde höher eingeschätzt.

Er selbst nahm diesen Wahlsieg mit Humor, „ich habe mich schon gefragt, wann das endlich kommt“, sagte der 23-Jährige. Schumacher, der im Fahrerlager stets so kontrolliert und höflich auftritt, wirkte nach dem Rennen gelöst wie selten.

Auch am Samstag hatte er zudem eine Seite gezeigt, die in dieser Form neu war. Im Sprint hatte er die Punkte knapp verpasst, fühlte sich dabei vom Team nicht ausreichend unterstützt – und zeigte das auch in grimmigen Interviews.

Insgesamt wirkte es, als sei Schumacher jetzt angekommen in der Formel 1, der Rolle des Auszubildenden endlich entwachsen. Der oft so kritische Teamchef Günther Steiner dankte ihm am Sonntag für eine „großartige, fantastische Leistung“, in der aktuellen Form ist Schumacher zweifellos eine echte Bereicherung für den kleinen Haas-Rennstall.

Und schlüpft damit ganz automatisch auch wieder in die Rolle, die sein Nachname eben mit sich bringt: Ein Schumacher ist nun mal kein gewöhnlicher Bestandteil der Königsklasse, die Fans und auch die restliche Formel 1 schauen ganz genau hin. Und freuen sich, das zeigte nicht bloß die Wahl zum Fahrer des Tages.

„Mick ist gut gefahren, hat gut verteidigt, und er ist immer sportlich fair“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Es ist schön, das zu sehen. Er ist ein guter junger Mann.“

Bestätigt Schumacher seine Leistungen, dann arbeitet er damit aussichtsreich an der eigenen Zukunft. An der fernen, denn er will irgendwann für seine Förderer Ferrari um den Titel fahren. Aber auch an der nahen, er spielt momentan schließlich eine entscheidende Rolle für Haas, wo sein Vertrag ausläuft.  sid

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