Herr Hainer, Robert Lewandowski hat den FC Bayern nach acht Jahren verlassen. Er wechselt zum FC Barcelona. Wie bewerten Sie als Präsident des FC Bayern den Wechsel?
Robert Lewandowski ist ein großartiger Spieler, der es bei uns zum zweimaligen Weltfußballer gebracht hat und mit uns alle Titel gewonnen hat, die es zu gewinnen gibt. Aber am Ende des Tages wollte er unbedingt was Neues machen. Wir haben dann mit ihm und dem FC Barcelona längere Zeit gesprochen und sind nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen zu der Überzeugung gekommen, dass es die beste Lösung für alle Seiten ist, ihm die Freigabe zu erteilen. Bisher ist es eine mündliche Einigung, jetzt müssen die Details geklärt werden. Wir haben ein Angebot von Barcelona bekommen, das unseren Vorstellungen entspricht und mit dem wir sehr gut leben können, zudem waren wir in all den Wochen ja bereits sehr erfolgreich auf dem Transfermarkt tätig. Die Mannschaft ist super verstärkt worden, nicht zuletzt mit dem Weltklassespieler Sadio Mané. Jetzt schauen wir in die Zukunft – und das voller Optimismus.
Der Wechsel verlief jedoch nicht geräuschlos.
Robert war acht Jahre bei uns, hat unheimlich viele Tore geschossen und uns geholfen, dass wir viele Titel gewinnen konnten. Aber es ist immer ein Zusammenspiel gewesen: Auch der FC Bayern hat Lewandowski ja geholfen, indem wir ihm immer eine starke Mannschaft zur Seite gestellt haben, mit der er all diese Trophäen – Weltfußballer, Champions-League-Sieg, acht Mal Deutscher Meister und und und – gewinnen konnte. Es gibt kein böses Blut. Am Ende des Tages haben wir alles zum Wohl aller hervorragend gelöst. Eine Win-Win-Win-Situation.
Die kolportierte Ablösesumme von 45 Millionen fix plus fünf Millionen Bonus kann sich angesichts Lewandowskis Alter und Vertragslaufzeit ebenfalls sehen lassen.
Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic haben hier einen hervorragenden Job gemacht. Überhaupt keine Frage.
Muss im Sturm jetzt noch einmal nachgebessert werden?
Wir haben eine starke Mannschaft und gerade im Sturm mit Sadio Mané einen überragenden Neuzugang verpflichtet. Am Samstag konnten wir außerdem die Vertragsverlängerung von Serge Gnabry bekanntgeben, der ein wichtiger Teil dieser Mannschaft ist und mir als Spielertyp ungemein gut gefällt. Wir sind super aufgestellt und absolut happy. Selbstverständlich beobachten wir den Transfermarkt weiter – in aller Professionalität und in aller Ruhe.
Interview: Manuel Bonke und Philipp Kessler