Weg ist er. Robert Lewandowski und der FC Bayern gehen getrennte Wege. Nach acht unverschämt erfolgreichen Jahren in München schließt sich der polnische Ausnahmestürmer dem FC Barcelona an. Statt sich den Fans in der Allianz Arena bei der Mannschaftsvorstellung zu präsentieren, stieg der Stürmer in den Privatjet in Richtung Mallorca. Von dort aus geht die Reise weiter nach Miami, wo sich Lewandowskis künftiger Arbeitgeber zu Marketingzwecken befindet, um die klammen katalanischen Kassen zu füllen.
Immerhin musste Barcelona tief in die Taschen greifen, um den zweimaligen FIFA-Weltfußballer zur verpflichten. Die Fixablöse beträgt 45 Millionen, kann mit Bonuszahlungen auf 50 Millionen ansteigen. Ein stolzer Preis angesichts Lewandowskis Alter (34) und seiner vertraglichen Restlaufzeit (ein Jahr). Die Münchner Chefetage um Vorstandschef Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat in diesem Fall einen guten Geschäftssinn bewiesen. Im Wissen, dass ihr Vorzeigestürmer unbedingt den Verein verlassen möchte, haben sie den Katalanen monatelang die kalte Schulter gezeigt. Mit Erfolg.
Finanziell gesehen ist der Wechsel schon jetzt lukrativ. Nun liegt es an Trainer Julian Nagelsmann und den zuständigen Kaderplanern, den Abgang von Lewandowski auch sportlich erfolgreich zu gestalten. Wie das gelingen soll? Mit Unberechenbarkeit! „Wenn ich jetzt der gegnerische Trainer wäre, da würde ich mir schon Gedanken machen, wie diese Truppe jetzt möglicherweise spielt. Wir haben so viele Möglichkeiten, was unsere Offensive anbelangt“, tönt Oliver Kahn.
Doch die handelnden Personen müssen sich bewusst sein: Sollten die Tore ausbleiben, werden die Rufe nach Lewandowski schnell laut werden – und am Camp Nou verhallen. Mit der Verpflichtung von Sadio Mané wurde bereits früh vorgesorgt, die Vertragsverlängerung von Serge Gnabry war der nächste wichtige Baustein, um die Post-Lewandowski-Ära erfolgreich zu gestalten.
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