Gnabry bleibt und soll neben Mané stürmen

von Redaktion

Vertragsverlängerung bis 2026: Nagelsmann denkt über Systemumstellung auf 3-5-2 nach

VON MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

München – Wirklich überraschend war es nicht mehr, als Stadionsprecher Stephan Lehmann bei der Teampräsentation ins Mikrofon rief: „Serge, du hast das falsche Trikot an. Das ist doch gar nicht deine Rückennummer“ – und Serge Gnabry, 26, im Bayern-Dress mit der Zahl 2026 die Treppen hinauf stieg und sich den Zuschauern auf dem Rasen präsentierte. Der Nationalspieler hat seinen 2023 auslaufenden Vertrag vorzeitig um vier weitere Jahre verlängert.

„Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was ich als Spieler für die nächsten Jahre will und kam zu dem Schluss: Ich will beim FC Bayern bleiben, hier wieder alles gewinnen und etwas erleben – vor allem noch einmal den Champions League-Titel feiern, aber diesmal mit unseren Fans.“ Es sei etwas Besonderes, weil er hier mit seinen Freunden um Titel spielen könne. „Bei einem anderen Club würde ich das sicher nicht so erleben“, so Gnabry. Das kolportierte Brutto-Jahresgehalt von bis zu 19 Millionen Euro war bestimmt ebenfalls nicht ganz unwichtig für den Offensivspieler.

Sportvorstand Hasan Salihamidzic erklärte: „Jetzt ist die Vertragssache aus seinem Kopf und er kann sich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren. Serge zählt zum Kern unserer Mannschaft, er hat dem Club bisher viel gegeben, und er wird weiterhin ein wichtiger Spieler für uns sein.“

Nach dem Abgang von Robert Lewandowski nimmt Gnabry eine noch zentralere Rolle ein. Trainer Julian Nagelsmann überlegt, den Abgang des polnischen Superstürmers unter anderem mit einer anderen Grundordnung zu kompensieren. Er plant ein 3-5-2-System mit Gnabry und Sadio Mané, 30, als Doppelspitze. Auf dieser Position hat Nagelsmann Gnabry bereits in Hoffenheim eingesetzt: „Da fühlt er sich auch wohl, da kann er sich viel freier bewegen.“ Nagelsmann bezeichnet den Nationalspieler als „super herzlichen Typen“, der das Herz am rechten Fleck habe – und der Mannschaft auch in der Kabine gut tue. Darüber hinaus sei er eh sehr variabel.

Kein Wunder, dass auch andere Topclubs Interesse zeigten. Auch deswegen verzögerte sich die Entscheidung pro Bayern: Gnabry wollte abwarten, was auf dem Transfermarkt passiert und wie konkurrenzfähig die Münchner künftig im internationalen Vergleich sind. Die Bayern-Offensive braucht sich nicht verstecken. Mit Gnabry, Mané, Thomas Müller, 32, Leroy Sané, 26, Jamal Musiala, 19, und Kingsley Coman, 26, ist die Sturmreihe top besetzt. Sieht auch Nagelsmann so: „Ich glaube nicht, dass es ganz einfach sein wird für die Gegner. Du konntest dich viel auf Lewy konzentrieren. Es ist jetzt nicht so leicht, wenn du viele so rumschwirrende Spieler hast . . .“

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