Mehr als ein Trostpflaster

von Redaktion

Bayern investieren Lewandowski-Erlös – Einigung mit Juve wegen de Ligt

VON MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

München – Die Rechnung ist simpel: Der FC Bayern kassiert für den Transfer von Stürmerstar Robert Lewandowski, 33, zum FC Barcelona eine fixe Ablösesumme in Höhe von 45 Millionen Euro, die mit Bonuszahlungen auf bis zu 50 Millionen Euro anwachsen kann. Darüber hinaus spart sich die Münchner Finanzabteilung ein geschätztes Jahresgehalt in Höhe von 25 Millionen Euro. Macht auf einen Schlag 75 Millionen Euro mehr in den Kassen an der Säbener Straße – und die sollen umgehend in die weitere Kaderplanung reinvestiert werden.

„Da die Ablöse für Robert exorbitant hoch ist, gibt uns das weitere Möglichkeiten, auf dem Transfermarkt möglicherweise noch zu agieren“, sagte Vorstandschef Oliver Kahn im Rahmen der Teampräsentation am Samstag in der Münchner Allianz Arena. Bei dem Namen, der auf der Wunschliste von ihm, Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Cheftrainer Julian Nagelsmann ganz oben steht, wurde am Sonntagabend denn auch schon Vollzug gemeldet. Der „Kicker“ verriet, der FC Bayern habe ihm die Einigung mit Juventus Turin über einen Transfer von Matthjis de Ligt, 22, bestätigt. Wegen des Innenverteidigers weilte Salihamidzic vergangene Woche zu Verhandlungen in Turin. Das ging dann noch schneller als erhofft, denn der Sportvorstand macht sich am Montag mit der Mannschaft auf die USA-Reise nach Washington und Greenbay und hatte sich auf Gespräche mit den Italienern auf virtuellem Weg eingestellt. Das hat sich nun erledigt, die Bayern-Bosse können entspannt auf den Übersee-Trip gehen.

Für Kahn ist der Niederänder de Ligt sei ein „sehr, sehr interessanter Spieler, auch von seiner Mentalität her“, so sagte er es bei Bild-TV. Juventus forderte laut italienischen Medienberichten eine Ablösesumme von 90 Millionen Euro, Bayern bot nun dem Vernehmen nach 70 Millionen plus 10 Millionen Boni. – so sieht es zumondest Gianluca Di Marzio, der italienische Transfer-Guru.

Bewegung kommt derzeit auch in den Transfer von Toptalent Mathys Tel, 17, von Stades Rennes. Der französische Nachwuchsstürmer gilt als Investition für die Zukunft – und die lässt man sich in München einiges kosten. Wie die französische Zeitung „L’Equipe“ berichtet, erwartet Rennes demnächst ein drittes Angebot für Tel, das inklusive Bonuszahlungen bei über 25 Millionen liegen wird. Kahn bezeichnet den Youngster als absolutes Supertalent, „aber wir sind sehr entspannt. Wir beobachten weiterhin den Markt und versuchen, den Kader ausgewogen zu halten. Dazu gehören natürlich auch Spieler, die sich noch entwickeln können, wenn ältere Spieler ihnen helfen“. Die Sportliche Leitung traut ihm trotz seines jungen Alters zu, bis zu 20 Pflichtspiele in der Profi-Mannschaft zu absolvieren.

Konrad Laimer, 25, von RB Leipzig ist bereits ein gestandener Erstliga-Kicker. Ihn hätte vor allem Nagelsmann gerne als pressingstarke Ergänzung zu Joshua Kimmich, 27, Leon Goretzka, 27, und Neuzugang Ryan Gravenberch, 20, im Mittelfeldzentrum. Die Leitungen zwischen München und Leipzig glühen deswegen bereits. Bei diesem Transfer wird ebenfalls noch um die Ablöse gefeilscht: Bayern bietet aktuell 20 Millionen Euro, RB will zehn Millionen mehr. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man sich in der Mitte trifft. Die Lewandowski-Millionen machen’s möglich.

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