Coming-out und Kritik an Putin

von Redaktion

Bewegendes Interview der russischen Tennisspielerin Kassatkina

Hamburg – Als das Gespräch voller Mut, Verletzlichkeit, Tränen und beeindruckender Stärke beendet war, fiel Darja Kassatkina ihrem Interviewer bewegt in die Arme. „Du hast mir so viele gute Fragen gestellt“, sagte die beste russische Tennisspielerin zum YouTuber Witia Krawtschenko. Doch es war die 25 Jahre alte Weltranglistenzwölfte selbst, die mit ihrem Coming-out und klaren Aussagen zum Angriffskrieg ihres Heimatlandes in bemerkenswerter Manier für Aufsehen sorgte. „Mit sich selbst in Frieden zu leben, ist das Einzige, was zählt“, sagte Kassatkina. „Sich einzuschließen, ist sinnlos.“

Ja, sie habe eine Freundin, mit der sie sich am Montagabend bei Instagram glücklich präsentierte. Die in Spanien lebende French-Open-Halbfinalistin zeigt, dass sie mit den Ansichten der politischen Spitze ihrer Heimat wenig anfangen kann. Sie kritisierte die in Russland vorherrschende Homophobie („Das Thema ist verboten“) und äußerte sich auch dezidiert zu Wladimir Putins Überfall auf die Ukraine. Es sei ihr größter Wunsch, „dass der Krieg endet“. Sie fügte an, dass sie alles dafür tun würde, wenn sie nur einen minimalen Beitrag leisten könnte, um den „absoluten Albtraum“ zu beenden.  sid

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