Fanproteste gegen Newcastle

von Redaktion

„Sportwashing“ – Mainz und 1860 geraten in Kritik

Kufstein – Die Suche nach großen Gesten, sie war am Ende vergeblich. Dabei kommt es selten vor, dass ein Testspiel des FSV Mainz 05 für so viel Aufsehen sorgt wie jenes am Montag gegen den englischen Verein Newcastle United in Kufstein. Schon vor Wochen hatten sich Mainzer Fans gegen die Austragung der Partie gestemmt. Der Vorwurf: Beihilfe zum Sportswashing.

Seit vergangenem November steht Newcastle de facto unter der Aufsicht von Saudi-Arabien. Seitdem muss sich der Verein aus dem englischen Norden den Vorwurf gefallen lassen, dem Königreich eine Bühne zu bieten, um von etlichen Menschenrechtsverletzungen abzulenken.

„Mit der Entscheidung, ein Testspiel gegen Newcastle United auszutragen, setzt Mainz 05 ein Zeichen, und zwar kein Gutes“, schrieb die Fanvereinigung „Supporters Mainz“ Anfang des Monats und warf dem Club vor, die eigenen Werte zu missachten. Die Anhänger forderten die Vereinsführung auf, das Spiel abzusagen – und waren damit nicht die einzigen. Auch Drittligist TSV 1860 trat im Test gegen den umstrittenen Premier-League-Club an. Die Reaktion der Fans – ähnlich. Genauso aber die der Vereine. Die hielten an den Spielen fest. Es sei nun mal „ein sportliches Kräftemessen“, sagte der Mainzer Vorstandsvorsitzende Stefan Hofmann, welches „für die Vorbereitung der Mannschaft besonders wichtig“ sei. Aus München-Giesing ließ Geschäftsführer Günther Gorenzel verlauten, es gehe „um den Sport, nicht um Politik“. Doch beides ist gerade kaum zu trennen. sid

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