Götze, Leipzig und der BVB

Spannung, aber kein neuer Meister

von Redaktion

MATHIAS MÜLLER

Erinnern Sie sich noch an die vergangene Meisterfeier Mitte Mai auf dem Münchner Marienplatz? Der FC Bayern bejubelte seinen zehnten Titel in Serie. Die Sonne schien bei angenehmen 24 Grad. Nach zwei Jahren Corona-Abstinenz durfte der Club endlich wieder auf den Rathausbalkon. Alles war angerichtet. Doch so richtig Stimmung wollte trotzdem nicht aufkommen. Auch die Hoffnung der Fans auf eine weitere Saison mit Robert Lewandowski („Lewa bleib!“) sollte sich nicht erfüllen, da sich Oliver Kahns (taktische?) Basta-Ansage in Barcelonas Millionen auflöste.

Julian Nagelsmann hatte schon damals nur eines im Sinn: zurück ins Büro und an der Ausrichtung für die neue Spielzeit arbeiten. Heute muss man festhalten: Der Trainer, die Bosse und Sportvorstand Hasan Salihamidzic haben – dem ersten Anschein nach – gute Arbeit geleistet, auch wenn sich in der Supercup-Startelf mit Sadio Mané vorerst nur ein Neuzugang wiederfand.

Dass der Weg zum nächsten Deutschen Meistertitel diesmal etwas schwerer werden könnte – vergangene Saison stand er am 31. Spieltag fest – deutete Leipzig am Samstag zumindest in der zweiten Halbzeit an. Und so wie es aussieht, werden sich die Bullen in der Offensive noch mit einem alten Bekannten verstärken. Timo Werner (93 Tore in 158 RB-Pflichtspielen) ist im Anflug.

In Frankfurt sorgt ein (Bundesliga-) Rückkehrer schon jetzt für Furore. 2014-WM-Held Mario Götze wird als fehlendes Stück im Eintracht-Puzzle gefeiert und soll die Münchner beim Bundesligaauftakt am Freitag gleich mal ins Stolpern bringen. Auch wenn Coach Oliver Glasner verständlicherweise tiefstapelt.

Borussia Dortmund hat zuletzt beide Wege ausprobiert. Doch weder totales Understatement noch offensive Meister-Ambition brachten den gewünschten Erfolg. In den vergangenen Wochen ließ der BVB in erster Linie Transfers sprechen. Die Bilanz liest sich mit Sébastien Haller, Niklas Süle, Karim Adeyemi und Nico Schlotterbeck an der Spitze vielversprechend. Doch die beiden Erstgenannten fehlen vorerst leider krankheits- und verletzungsbedingt.

Darf die Liga also auf einen neuen Meister hoffen? Ja. Wird es den auch geben? Eher nein. Aber es könnte spannender werden und somit auch emotionaler auf dem Marienplatz.

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