Münchens Mini-Olympia als Initialzündung?

von Redaktion

European Championships sollen Bewerbung Deutschlands für die Spiele attraktiver machen

München – Das Mini-Olympia in München 50 Jahre nach dem emotionalen Sommer von 1972 nährt unweigerlich die Debatte um eine neue deutsche Spiele-Bewerbung. Wenn unter dem ikonischen Zeltdach des Olympiastadions die Leichtathleten bei den European Championships wetteifern, Radkünstler im Olympiapark EM-Titel jagen und Kanuten und Ruderer durchs Wasser der Olympia-Regattastrecke pflügen, wittert DOSB-Chef Thomas Weikert neue Chancen. „Das Beispiel München kann auch dazu beitragen, Akzeptanz und Zustimmung für das Thema Olympia in unserem Land zu stärken“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds.

„Mit einem ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Konzept können wir die Menschen überzeugen und begeistern. Dass Deutschland Sportgroßveranstaltungen erfolgreich organisieren kann, haben wir bereits etliche Male bewiesen“, sagte Sportmanager Michael Mronz, Initiator der privaten Rhein-Ruhr-Kampagne. Der 55-Jährige glaubt weiter an Olympia und Paralympics in Deutschland, auch wenn deutsche Anläufe zuletzt serienweise scheiterten.

Mronz sieht die Flurschäden im Sport durch die Corona-Krise als wichtigen Ansporn für ein verstärktes Bemühen um Olympia. „Investitionen in den Sport sind Muss-Investitionen und keine Kann-Investitionen. Ein Großsportevent wie Olympische und Paralympische Spiele würde einen großen Schub für den gesamten Sport bringen“, sagte Mronz. Der Sport abseits des Fußballs müsse endlich wieder stärker in den Fokus gerückt werden, mahnte er.

Die Bemühungen um die Winterspiele für 2022 mit München und um die Sommerspiele für 2024 mit Hamburg scheiterten bei Bürgerbefragungen. Sorgen um Milliardenkosten und Umweltfolgen sowie das schlechte Image großer Sportverbände wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) schrecken viele beim Gedanken an Olympia in Deutschland ab.

Die aktuelle Großwetterlage mit Ukraine-Krieg, Energiekrise und Corona-Wellen wirkt erst recht nicht als Mutmacher für ambitionierte Mega-Projekte wie Olympische Spiele. Laut DOSB-Chef Weikert indes können „große Leuchtturmprojekte wie Olympische Spiele auch Antworten auf Krisen wie die Pandemie geben“.

Mit Großereignissen wie der Multi-EM in München, den Special Olympics World Games in Berlin 2023, der Fußball-EM 2024 und der Sommer-Universiade 2025 an Rhein und Ruhr wollen die deutschen Sportspitzen auch Punkte auf internationalem Parkett sammeln. In der „Nationalen Strategie Sportgroßveranstaltungen“ stellte sich auch die Bundesregierung hinter weitere Bewerbungen um sportliche Top-Ereignisse – Olympia nicht ausgeschlossen.  dpa

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