Die European Championships im Selbstversuch Tischtennis – Pleite an der Platte

von Redaktion

Ein Tischtennis-Selbsttest mit echten Profis scheint erst einmal recht unspektakulär. Ein paar Bälle zurückzuspielen, sollte für mich als routinierten Freizeitspieler kein Problem sein. Nach meinem Gastspiel beim FC Bayern München bin ich mir meiner doch sehr begrenzten Fähigkeiten aber inzwischen bewusst.

Als mir mein Trainingspartner vorgestellt wird, bin ich noch ganz guter Dinge. Er ist elf Jahre alt und spielt im FCB-Nachwuchs. Doch schon beim Einspielen stelle ich erste Schwierigkeiten fest. Sogar meine „tödliche“ Vorhand ist wie lahmgelegt. Ich muss mich wahnsinnig konzentrieren, den Ball auf der Platte zu halten, daran selbst Druck auszuüben, ist überhaupt nicht zu denken.

Dann wird es ernst. Geplant ist ein Satz bis elf Punkte. Doch so schnell wie er begonnen hat, ist er auch schon wieder vorbei. Nach rund zwei Minuten werde ich mit 1:11 von der Platte gefegt. Und wenn ich ehrlich bin – vermutlich wurde mir der eine Zähler geschenkt. Gegen die angeschnittenen Aufschläge war einfach nichts zu machen, meine Returns landeten meist sofort außerhalb des Spielfelds.

Nach der Abreibung ist mir klar, wie gut erst Timo Boll & Co. spielen müssen. Abteilungsleiter Matthias Stein erklärt: „Im Fußball oder Handball kann man in einer guten Mannschaft auch als Mittelmäßiger mithalten, im Tischtennis wird das schwierig. Um richtig gut zu werden, muss man möglichst schon als Sechs- oder Siebenjähriger kontinuierlich trainieren.“ Zumindest das tröstet mich. Mein bisher letzter Einsatz an der Platte ist zwei Monate her, mein Kontrahent spielt bis zu fünf Mal die Woche.

LEVIN HUTMACHER

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