München – Drei Wochen ist es her, dass sich Leon Goretzka (27) einer Operation am Knie unterziehen musste. Den Eingriff in Innsbruck führte Knie-Spezialist Prof. Dr. Christian Fink durch. „Ich gebe alles, schnellstmöglich wieder auf dem Platz zu stehen und bin guter Dinge, nicht allzu viel zu verpassen“, sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern unmittelbar nach dem Eingriff. Damals war von einer Ausfallzeit von bis zu zwei Monaten die Rede.
Nach Informationen unserer Zeitung macht Goretzka in der Reha bereits Fortschritte und trainiert meist zweimal täglich im Leistungszentrum. Die Belastung soll behutsam gesteigert werden. Dem Nationalspieler soll ein stressfreies Comeback gewährleistet werden. Das bestätigte auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic gegenüber unserer Zeitung: „Leon hat jetzt die Zeit, die Mannschaft funktioniert. Er muss einfach nur fit werden.“ Trotzdem ist die Verletzungsanfälligkeit des Spielers nicht wegzudiskutieren und wurde auch bei der Vertragsverlängerung vergangenes Jahr thematisiert, als es um Jahresgehalt und Laufzeit ging.
Die Liste von Goretzkas Blessuren liest sich alleine während seiner Zeit in München wie ein Nachschlagewerk für Fußballerverletzungen: Sprunggelenksprobleme, Adduktorenbeschwerden, Sehnenreizung, Oberschenkelverletzung, Wadenprobleme, Muskelfaserriss, Hüftprobleme. Seit seinem Wechsel nach München kommt Goretzka dadurch laut transfermarkt.de auf 420 Fehltage.
Salihamidzic stärkt ihm trotz seiner Verletzungsanfälligkeit den Rücken: „Keine Diskussion! Wir wissen, was wir an ihm haben. Leon ist ein fester und ganz wichtiger Teil unserer Mannschaft.“ Trotz Rückendeckung des Sportvorstands ist die Situation für Goretzka im Jahr der Weltmeisterschaft schwierig – das weiß er auch.
Durch die Verpflichtung von Ryan Gravenberch (22) und die Leistungsexplosion von Marcel Sabitzer (28) dürfte es für „Gore“ im Vergleich zur vergangenen Saison schwerer werden, sich seinen Stammplatz neben Joshua Kimmich (27) zurückzuerobern. Zumal Sabitzer bei Kimmich als Nebenmann hoch im Kurs steht („Ich spiele auf dem Platz gerne mit ihm zusammen“) und ihn auch die Spielweise von Gravenberch beeindruckt („Von Ryan bin ich ehrlich gesagt am meisten begeistert. Der verliert fast keinen Ball, der wird uns viel Freude bereiten“). Der Holländer schickte via Kicker bereits eine leise Kampfansage in Richtung seines Mittelfeld-Konkurrenten: Ihm tue die Verletzung seines Mannschaftskollegen zwar leid, „aber das ist jetzt eine Möglichkeit, mich dem Trainer zu zeigen. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich ein Teil der Startelf zu sein.“
Und dann gibt es auf der Position in der Zentrale ja auch noch Überflieger Jamal Musiala (19), dem aktuell alles zu gelingen scheint und der die Position im zentralen Mittelfeld vergangene Saison in der Abstinenz von Goretzka mit Bravour ausgeführt hat – auch bei der Nationalmannschaft. Ob Goretzka wirklich um seine Stammplätze zittern muss, werden die nächsten Monate zeigen.