Wellbrock reduziert EM-Starts

von Redaktion

Rom – Eigentlich hatte Florian Wellbrock Großes vor in Rom. Fünf Medaillen bei fünf Starts: Was bei der WM in Budapest historisch gut war, sollte auch bei den Europameisterschaften in der Ewigen Stadt möglich sein. Doch eine Coronainfektion hat den Schwimm-Olympiasieger aus der Bahn geworfen. Das EM-Programm wird wohl reduziert, die Rekordjagd fällt aus.

„Da ist Zeit verloren gegangen. Inklusive WM und der Vorbereitung habe ich sechs bis sieben Wochen nicht richtig trainiert“, sagte Wellbrock am Donnerstag: „Das merke ich sehr deutlich.“

Dennoch lässt sich der deutsche Schwimmstar die EM im Weltrekordbecken des Foro Italico, wo Paul Biedermann vor 13 Jahren mit Fabelzeiten die Schwimmwelt auf den Kopf stellte, und im Meer vor Ostia nicht nehmen. „Ich bin über jede meiner Strecken gemeldet“, berichtete Wellbrock, „und wir entscheiden von Tag zu Tag wie wir vorgehen.“

Sein Trainer Bernd Berkhahn deutete bereits an, dass der Doppel-Weltmeister die 800 m Freistil am Freitag und Samstag wahrscheinlich auslassen werde, um „mehr Zeit für die Vorbereitung“ auf die 1500 m am 15. und 16. August zu haben. Denn sein Schützling sei zwar wieder „voll belastbar“, aber nicht bei „vollen Kräften“.

Dass Corona die Planungen über den Haufen geworfen hat, findet Wellbrock „schon sehr ärgerlich“. Denn eigentlich wollte er das Duell mit seinem Rivalen Gregorio Paltrinieri in dessen Heimat spektakulär fortsetzen. Bei Olympia vor einem Jahr in Tokio hatte der Magdeburger den Italiener zweimal hinter sich gelassen – bei Bronze über 1500 m und Gold über 10 km. Bei der WM vor sechs Wochen konterte Paltrinieri und nahm Wellbrock die Titel über beide Strecken ab. „Auf dem Niveau, auf dem wir uns bewegen, sind es Momentaufnahmen“, meinte Wellbrock: „An einem Tag hat er die Nase vorn, am anderen ich.“

Der 1500-m-Weltrekord des Chinesen Sun Yang von 2012, den Paltrinieri in Budapest knapp verpasste, könnte in Rom geknackt werden, mutmaßte Berkhahn. Nur leider nicht von Wellbrock. „Die Vorbereitung reicht sicher nicht für den Weltrekord“, meinte der Trainer, „ich hoffe aber, dass er mitspielen kann.“

Gleiches gilt für eine Medaillenausbeute wie bei der WM, bei der Wellbrock zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze gewann. Fünfmal Edelmetall ist in Rom mit der Vorgeschichte nicht zu schaffen.  sid

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