München – Wer ist die schnellste Frau Europas? Die Antwort gibt es heute beim Finale über die 100 Meter. Die deutsche Gina Lückenkemper will ein Wort mitreden, zu den großen Favoriten zählt aber vor allem die Schweizerin Mujinga Kambundji.
Mujinga Kambundji, bei der WM konnten Sie über 100 und 200 Meter das Finale erreichen und haben einen neuen Schweizer Rekord aufgestellt. Zufrieden?
Mit meinen Auftritten bei der WM bin ich sehr zufrieden und stolz. Es war natürlich auch schön, dass meine Schwester (Ditaji, läuft 100-m-Hürden, Anm. d. Red.) dabei war. Wenn man bei so einer Großveranstaltung das Zimmer mit der Familie, mit einer engen Freundin, teilen kann, ist das immer etwas Besonderes. Es ist einfacher, mit all den Emotionen umzugehen, wenn die Schwester dabei ist. Ihr Weg macht mich stolz.
Haben Sie das sportliche Talent von Ihren Eltern?
Wir haben auf jeden Fall viel von unseren Eltern mitbekommen. Sie waren nie professionelle Athleten, ihnen war die Bewegung und Sport aber wichtig. Mein Vater kommt aus dem Kongo, er hat dort Fußball gespielt. Meine Mutter hat gerne geturnt. Sie wollten, dass wir auch was machen, egal was, hauptsache wir bewegen uns. Unsere Eltern haben uns immer unterstützt.
Was erwarten Sie sich von München?
Ich freue mich extrem. Auch wenn mein Wettkampf damals nicht so gut war, habe ich so viele positive Erinnerungen an Berlin 2018. In München wird es bestimmt ähnlich super cool werden. Ich glaube, die Deutschen können sehr gut organisieren. Sie sind leichtathletikbegeistert. Also wird es unglaublich. Ich selbst fühle mich gut. Ich habe das Gefühl, dass ich über die 100 m noch mal schneller laufen kann. Ich erwarte, ein sehr enges und schwieriges Rennen. Ich brenne darauf, zu zeigen, was ich in den Beinen habe.
Wie viele Fans reisen aus der Schweiz mit an?
Es werden extrem viele Leute da sein. Ich weiß gar nicht genau, wer alles (lacht). Meine Eltern natürlich, Onkel, Tante und viele, viele Freunde. Ich freue mich auf ihre Unterstützung, das gibt immer einen Push. N. M. SCHMITZ