Wiedersehen mit Lewandowski

von Redaktion

„Müssen aufpassen“: Bayern erwischt schwere Gruppe in der Champions League

VON PHILIPP KESSLER

München – Es gibt Menschen, die glauben an das Schicksal. Und gestern hat es bei der Auslosung der Gruppenphase der Champions League in Istanbul offenbar wieder zugeschlagen – als der erste Gegner des FC Bayern gezogen wurde. Auf dem Zettel, den ManCity-Legende Yaya Touré (39) in die Kamera hielt, stand es schwarz auf weiß: FC Barcelona. Oliver Kahn (53), Vorstandsvorsitzender des deutschen Rekordmeisters, konnte sich im Auditorium des Haliç Congress Center ein Lächeln nicht verkneifen.

„Da haben wir vorher im Büro schon Späßchen gemacht“, sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45). „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.“ Damit kommt es zum Wiedersehen mit Superstürmer Robert Lewandowski (34), der die Münchner nach einem Wechsel-Theater im Sommer für 45 Millionen Euro verlassen hatte. Mit dem FC Bayern hatte er zuvor in acht Jahren fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: acht Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege, Champions-League-Triumph 2020. Zudem wurde der Pole zweimal als FIFA-Weltfußballer ausgezeichnet.

Nun will er mit Barça Erfolge feiern. Salihamidzic: „Barcelona hat sich auch verstärkt. Es werden spannende Spiele.“ Auf dem Weg ins Champions-League-Finale am 10. Juni 2023 im Atatürk-Stadion von Istanbul muss der FC Bayern in einer Hammer-Gruppe zunächst auch Inter Mailand und Viktoria Pilsen aus Tschechien aus dem Weg räumen. „Wir müssen schon aufpassen, mit Barcelona und Inter haben wir zwei Mannschaften, die richtig stark sind“, betonte Salihamidzic. „Die Gruppe ist schon knackig, aber wir freuen uns darauf.“

Ähnlich sieht auch Julian Nagelsmann (35) die Konstellation in der Vorrunde der Königsklasse. „Es ist eine sehr anspruchsvolle Gruppe voller Herausforderungen“, meinte der Bayern-Trainer. „Inter hat sich nochmal gut verstärkt. Das ist ein Klub, der schon viele internationale Erfolge gefeiert hat und in den letzten Jahren wiedererstarkt ist.“ Pilsen sei immerhin tschechischer Meister vor den Prager-Klubs geworden. „Das heißt schon was“, sagte Nagelsmann.

Und die Katalanen? „Bei Barcelona ist die Geschichte mit Lewy natürlich schon vorgeschrieben“, so Nagelsmann. „Ich hoffe, dass wir ähnliche Ergebnisse erzielen können wie in den letzten Jahren gegen Barça.“

Zur Erinnerung: Auf dem Weg zum Champions-League-Titel 2020 schaltete Bayern Barcelona im Viertelfinale mit 8:2 aus. In der Gruppenphase der Vorsaison besiegten die Münchner die Spanier zweimal mit 3:0, zogen souverän mit sechs Siegen in sechs Vorrunden-Partien ins Achtelfinale ein. Auch dieses Jahr das Ziel. „Wir werden natürlich versuchen, alle Spiele zu gewinnen“, so Salihamidzic.

„Was für eine tolle Story, dass wir gleich auf den FC Barcelona mit Robert Lewandowski treffen. Für mich eine super Gruppe mit super Mannschaften. Das werden für die Fußball-Fans tolle Champions-League-Abende“, sagte Thomas Müller und gab gleich die Marschrichtung vor: „Aber eines ist auch klar: Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, um das Achtelfinale zu erreichen.“

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